Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Frank Kliem aus Zehdenick möchte weiterhin Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) werden. „Ich bin bereit für das Amt“, sagte Kliem am Donnerstag, nachdem der Verband mitgeteilt hatte, dass die Delegiertenversammlung am 27. Februar 2021 als digitale Sitzung stattfinden wird.

Wegen Corona Versammlung im Oktober abgesagt

Coronabedingt war die Versammlung und damit die Wahl des neuen Präsidenten, die für den 24. Oktober in Fulda geplant war, abgesagt worden. Aufgrund der Verschiebung muss nun das Wahlverfahren erneut eröffnet werden. Auf Nachfrage erklärte ein Verbandssprecher, dass Vorschläge zwölf Wochen vor der Delegiertenversammlung vorliegen müssen, Termin sei demnach der 4. Dezember dieses Jahres.

Kandidaten müssen erneut vorgeschlagen werden

Das bedeute auch, dass die bisherigen Kandidaten neu vorgeschlagen werden müssen. „Wir haben heute dazu aufgerufen, Vorschläge einzureichen“, teilte der Verband auf Nachfrage mit. „Ob sich die drei bisherigen Kandidaten erneut zur Wahl stellen werden, wissen wir also erst in vier Wochen“, so der Sprecher des Fachverbandes für die 1,3 Millionen Feuerwehrangehörigen in Deutschland.

Neben Kliem gab es zwei weitere Vorschläge für das Amt

Neben Frank Kliem, der auch stellvertretender Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg ist und von diesem bereits im März vorgeschlagen worden war, waren Karl-Heinz Banse vom niedersächsischen Landesverband und der Chef der Feuerwehr Berlin, Dr. Karsten Homrighausen, vom Landesfeuerwehrverband Sachsen-Anhalt für das höchste deutsche Feuerwehramt vorgeschlagen worden.

Wegen der Fristen war ein früherer Wahltermin nicht möglich

Eine digitale Durchführung am 27. Februar 2021 sei deutlicher mehrheitlicher Wille der Mitgliedsverbände. Durch die neue Ausschreibung der Wahl und damit einhergehender Fristen war die Durchführung der Delegiertenversammlung zu einem früheren Zeitpunkt nicht möglich, betonte der Verband.

Fachverband gilt seit langem als zerstritten

Der DFV gilt seit dem Rücktritt seines Präsidenten Hartmut Ziebs zum Jahresende 2019 als zerstritten. Fünf der sieben Vizepräsidenten hatten den damaligen DFV-Präsidenten zum Rücktritt aufgefordert. Seit Anfang des Jahres fungiert Vizepräsident Hermann Schreck als Vertreter des Präsidenten.

Frank Kliem möchte den Verband neu ausrichten

Frank Kliem möchte, wie er bereits Anfang März in einem Interview mit dieser Zeitung sagte, zur Erneuerung des Verbandes durch einen konstruktiven Dialog beitragen. „Das positive Image der Feuerwehr der Gesellschaft muss wieder an Wert gewinnen. Der Deutsche Feuerwehrband sollte sich dafür viel mehr als bisher an den Bedürfnissen der Landesverbände orientieren. Außerdem sollte er stärker als Netzwerker und Dienstleister für seine Feuerwehren in Erscheinung treten.“ Der 55-jährige Kliem ist seit 1979 aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, von 1994 bis 2000 war er auch Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehren des Amtes Zehdenick und Gemeinden.