Der schwerverletzte Bewohner des Forsthauses Schönhorn musste am Donnerstag mangels Netzabdeckung zwei Kilometer mit dem Auto fahren, um die Feuerwehr alarmieren zu können.  „Es ist unfassbar, dass Funklöcher zu solchen Tragödien führen“, sagte Domscheit-Berg am Montag im Gespräch mit dieser Zeitung. Sie werde das Drama von Schönhorn in den zuständigen Gremien des Bundestages thematisieren. Zunächst wolle sie das Gespräch mit Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) suchen. Philipp selbst war am Montag für Nachfragen nicht zu erreichen.
Fürstenbergs Stadtbrandmeister Dirk Stolpe erklärte, dass das abgelegene Forsthaus wohl auch bei einem schnelleren Notruf nicht zu retten gewesen wäre. „Zehn Kilometer Anfahrt, davon drei über einen Waldweg, sind bei einem Holzhaus zu viel.“ Die Probleme mit den Funklöchern seien aber real, wenngleich die Kommunikation über den Digitalfunk der Feuerwehr weitgehend funktioniere.
Die Fürstenberger Netzpolitikerin Domscheit-Berg, die bereits mehrfach den schleppenden Ausbau des Mobilfunknetzes kritisierte, monierte, dass Funklöcher noch von zu vielen in Berlin als „Luxusprobleme“ angesehen werden.
„Das sind sie aber nicht. Auch Ersthelfer bei Autounfällen auf Landstraßen haben oft Probleme, die Rettungsleitstelle zu erreichen.“ Sie erneuerte am Montag als Sofortmaßnahme ihre Forderung, zumindest im ländlichen Raum ein nationales Roaming im Mobilfunk zuzulassen. „Dann könnten Handynutzer im Funkloch auf das Netz eines Konkurrenten wechseln, der das jeweilige Gebiet abdeckt.“
Erst im November hatte der Potsdamer Landtag davor gewarnt, dass die Vergabe der 5G-Lizenzen zu einem weiteren Stadt-Land-Gefälle führen könne, und vom Bund verlässliche Lösungen für den ländlichen Raum gefordert.