Von einer vollen beziehungsweise sehr gut besuchten Kirche konnte am Sonnabend in Gransee allerdings nicht die Rede sein. Doch die vielen leeren Plätze besetzten die Blechblasinstrument-Spieler mit ihren Melodien. Es waren fröhliche Lieder, positive Ansinnen wurden verkündet. Das Erstaunliche dabei ist, dass die Posaune in Filmen und Serien oft eher eingesetzt wird, wenn die Welt unterzugehen droht, Unheil im Anmarsch ist oder eine schockierende Nachricht verkündet wird. Doch die Posaune kann auch fröhlich und heiter klingen. Das zeigte sich am Sonnabend.
Pfarrer im Ruhestand Albrecht Rademacher aus Oranienburg nutzte die Momente zwischen den Lob- und Dankliedern, um kleine Lesungen zu halten, die sich der Schattenseite der beschwingten Melodien widmeten. Seine Themen: Leid, Tragik, Not, ein scheinbar verschwundener Gott im Holocaust.
Es waren schwere Sujets, der sich Rademacher annahm. Ironischerweise musste gerade die für dunkle Töne bekannte Posaune diese Fragen und Thesen wieder auflockern, die Stimmung heben.
Posaunisten aus Eberswalde, Gransee, Kremmen, Lindow, Oberkrämer, Oranienburg, Zehdenick und Berlin nahmen am Konzert teil. Am Sonntag spielten sich noch einmal in der Zehdenicker Stadtkirche sowie im Kulturhaus der Sana-Klinik in Sommerfeld.