Professionell und geräuschlos – so ging der Wechsel vonstatten. Am Donnerstag, 1. Oktober, erfolgte der Startschuss für den künftigen Geschäftsführer der Stadtwerke Zehdenick: Steffen Carls hat das Kommando des Unternehmens übernommen.
Anlass für Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos), ihm bei einem Pressetermin am darauffolgenden Freitag in der Elisabethmühle, in aller Form und herzlich alles Gute mit auf den Weg zu geben. Uwe Mietrasch, der Vorgänger, hatte sich bekanntlich beruflich umorientiert. Derzeit steht er Steffen Carls noch für eine gewisse Zeit – die Rede ist von etwa vier Wochen – mit Rat und Tat zur Seite.
Kronenberg verhehlte nicht seine Freude über die Neubesetzung. Mit Steffen Carls sei der ideale Mann für den Job gefunden worden – immerhin habe es tatsächlich eine große Anzahl von auch qualitativ guten Bewerbern gegeben. Regional stark verwurzelt sei der 49-Jährige Steffen Carls, der seit vielen Jahren mit seiner Partnerin zusammenlebt, die beiden haben zwei Kinder.

Techniker und Kaufmann

Vor allem aber bringt Carls das notwendige Rüstzeug für die anspruchsvolle Aufgabe mit, so Kronenberg. Der gebürtige Berliner und Wahl-Oranienburger verfügt über große Erfahrungen im praktischen und technischen Bereich, was die Tätigkeit bei kommunalen Ver- und Entsorgern wie Stadtwerken betrifft. Mehr noch: Carls, der zuvor drei Jahre lang bei den Stadtwerken in Velten arbeitete, davor sogar 18 Jahre in Oranienburg bei den Stadtwerken, besitze auch das kaufmännische Know How. „Somit können wir erwarten, das Ver- und Entsorgung verlässlich und kundenfreundlich gesichert sind für den Bürger“, erklärte der Bürgermeister.
Wobei die Kommune quasi wie beim Vorgänger Uwe Mietrasch die Hoffnung hege, dass Steffen Carls außerdem bei Fragen der städtischen Entwicklung als kompetenter Partner agiert. Tags zuvor führte Kronenberg nach eigenem Bekunden ein telefonisches Gespräch mit Dr. Mathias Dierkes, dem Chef des Aufsichtsrates des Hauptanteilseigners der Stadtwerke, 74,9 Prozent sind im Besitz der Gelsenwasser AG. „Er hat mich gebeten, Steffen Carls die besten Wünsche mit auf den Weg zu geben und ihm alles Gute zu wünschen“, erklärte Bert Kronenberg, der dieser Bitte hiermit gerne nachgekommen sei.

Vielseitig einsetzbar

Carls ist von Hause aus Ingenieur für Umweltverfahrenstechnik. Nicht allein das Verständnis für abstrakte technische Zusammenhänge und Technologien bringt der Experte aber mit, er ist auch studierter Betriebswirt. So dass er nach eigener Aussage sowohl in verschiedenen technischen Bereichen und Positionen bislang arbeitete, als auch in den „kaufmännischen Diensten“. Bei den Stadtwerken in Oranienburg war er unter anderem Geschäftsführer der Erdgastochter der Stadtwerke und Prokurist des Gesamtunternehmens. 2017 wechselte er als Technischer Leiter zur Stadtwerke Velten GmbH. Ab 2019 übernahm er die technische Leitung der Regionalentwicklungsgesellschaft Velten mbH. Ihm seien die „Besonderheiten eines Mehrspartenunternehmens“ wohl vertraut, wie es die Zehdenicker Stadtwerke sind – die Strom, Gas, Wasser und Wärme anbieten sowie mit dem Entwässerungsbetrieb der Stadt für die Beseitigung des Schmutzwassers sorgen.
Welche Akzente Steffen Carls möglicherweise setzen wird, das sei zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen. „Ich orientiere mich erst mal im Unternehmen und werde alle Arbeitsabläufe genau kennenlernen“, erklärte der neue Chef. „Die Devise lautet für mich zurzeit erst einmal Fragen stellen und Zuhören“, skizzierte Steffen Carls. Nach einer eingehenden Analyse, was sich bewährt hat und was vielleicht anders gelöst werden kann, werde man sich zusammensetzen und Entscheidungen treffen, so der neue Geschäftsführer. Das Unternehmen befinde sich in einem außerordentlich dynamischen Markt mit rasch wechselnden Rahmenbedingungen, gekennzeichnet von der Energiewende und auch der Dezentralisierung der Stromnetze.

Ein echter Familienmensch

Dass der Berliner Steffen Carls eine intensive Beziehung zur Region aufbaute, verdankt sich seinen Großeltern, wie er sagt. „Die hatten in Oranienburg einen Schrebergarten, und da sind wir immer hin gefahren“, erzählt er. Jahrelang pendelte er täglich von Berlin zur Arbeit nach Oranienburg. Doch wohne er jetzt längst in der Kreisstadt.
Besonders glücklich sei er über seine beiden Kinder: „Das Glück dieser Erde sind wirklich die eigenen Kinder“, schwärmte der neue Geschäftsführer, der schmunzelnd hinzufügte, seine langjährige Lebens-Partnerschaft sei zwar so etwas wie eine „wilde Ehe“, aber das bedeute im Umkehrschluss, „wir benötigen gar keinen Trauschein“.