Die Fraktion Vielfalt hatte einen entsprechenden Beschluss-antrag eingebracht, erläutert für die Fraktion von Philipp Berg. Leider verfüge die Wasserstadt nicht über eine solche wichtige Anlage, im Gegensatz zu Nachbarstädten wie Lychen oder Gransee. Weil es also keine Möglichkeit gebe, kompostierbare Gartenabfälle zu entsorgen, würden viele Bürger in die umliegenden Wälder ausweichen. Dies hätten auch Gespräche mit Forstleuten ergeben, die betonten, diese Gartenabfälle gefährdeten die Ökosysteme im Wald erheblich.
Abgesehen von den illegalen Ablagerungen, würden nicht wenige Bürger Grünschnitt illegal im eigenen Garten verbrennen. All dies seien Verhaltensweisen, die nicht mehr hinnehmbar sein vor dem Hintergrund des Klimawandels.
Kreise betreiben Deponien
In Lychen hatte allerdings Philipp Berg bei der Kommune in Erfahrung gebracht, die dortige Kompostierungsanlage werde von der UDG (Uckermärkische Dienstleistungsgesellschaft) betrieben, dem für den Landkreis zuständigen Abfallunternehmen. Eine entsprechende Anlage in Gransee wiederum werde von Oberhavels Abfallwirtschaftsunion (AWU) betrieben. Und die hätten klipp und klar zu verstehen gegeben, man beabsichtige nicht, in Fürstenberg eine solche Anlage zu schaffen. Philipp Berg machte klar: "Die Stadtverwaltung sollten deshalb prüfen, ob wir das machen können." Wobei sich diese Prüfung auf die rechtlichen Rahmenbedingungen beziehen müsste und die Ermittlung der Baukosten.
Andere Stadtverordneten begrüßten diese Idee. Für viele, vor allem ältere Bürger sei es ein Riesenproblem, die Gartenabfälle nach Gransee zu transportieren, erklärte Christine Just-Kascha (AfD).
Große Behälter an Bäumen
Andere Stadtverordnete verwiesen auf die Granseer Idee, an Bäumen große Plastikbeutel, sogenannte Big Bags, zu befestigen, in die Bürger Laub befördern könnten. Allerdings handele es sich dabei um Laub von kommunalen Flächen, sprich städtischen Bäumen. Eine private Entsorgung sei auch in diesem Falle nicht möglich.
Bürgermeister Robert Philipp (tparteilos) verhehlte nicht, ohnehin skeptisch zu sein, was diese Option betrifft. "Das Problem ist, dass da auch Unrat, also Müll hineingeworfen wird." Außerdem sei es eine Frage des Personals, solche eine Infrastruktur zu betreiben. Bei einer Anlage, wie sie die Kommune bereits unweit des Hundesportplatzes und des Campingparks betreibt, sei kontrollierbar, was entsorgt wird. Dr. Ralf Lunkenheimer, Chef des städtischen Bauhofes, wies ebenfalls auf diese Anlage hin. "Allerdings ist sie lediglich zum Laub sammeln gedacht, wir kompostieren nicht", betonte er. Und die verrotteten Reste müssten von der Kommune kostenpflichtig entsorgt werden.
Lunkenheimer verwies auf die Kosten, spezielles Personal für eine Kompostierungsanlage vorzuhalten, ebenso auf die rechtliche Gemengelage: So würde es das Bundes-Immissionsschutzrecht und das Abfallrecht geben. Erforderlich sei es danach, fachgerechte, zertifizierte Firmen mit der Entsorgung zu betrauen.
Das bestätigte Andreas Intress, wonach ausschließlich die öffentlich bestellten Entsorger private Grünabfälle und Laub annehmen. Berg zeigte sich verwundert: In anderen Bundesländern, etwa in Hessen, würde so etwas jede Gemeinde in Eigenregie machen.
Ina Hudicsek (Pro Fürstenberg) betonte, es sei wichtig, dass etwas geschehe, denn die illegalen Grünabfälle in den Wäldern stellten ein Problem dar.

AWU holt von Bürgern gefüllte Laubsäcke ab


Im Landkreis Oberhavel können die Bürger ihr Laub, Grünschnitt sowie Baum- und Strauchschnitt direkt vor Ihrem Grundstück abholen lassen. In extra dafür vorgesehenen Laubsäcken.

Die Säcke können in allen AWU-Vertriebsstellen gegen eine Gebühr erworben werden.

Laubsäcke kosten pro Stück eine Gebühr von 2,50 Euro. pilz