Pünktlich zum heutigen Beginn des Spargelverkaufs in Rauschendorf meldet sich der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg zu Wort und fordert eine Versachlichung der Debatte. Der Boden weise erwiesenermaßen unter Folienabdeckungen eine hohe Vielfalt auf, erklärt Gartenbauverband-Geschäftsführer Dr. Andreas Jende. "Intakte und nicht erosionsgefährdete Böden sind eine wesentliche Voraussetzung für eine natürliche Bodenfruchtbarkeit und sorgen damit für gesunde Nahrungsmittel." Der Folieneinsatz im Spargelanbau sei also auch aus ökologischen Gründen sinnvoll, so Jende. Den Spargelpflanzen bleibe unter Folie eine ausreichende Regenerationszeit, Assimilate für die Folgesaison könnten eingespeichert werden, was zu vitaleren Pflanzen führe und damit den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringere, erklärt Jende. Dieselbe Sicht vertritt auch der Rauschendorfer Spargelbauer Gregor Hufmann. Sauer hingegen kommentiert: "Auf den Spargelfeldern gibt es keine Pflanzen außer dem Spargel, wie auch immer der Landwirt das hinkriegt."
Dass auf seinen Feldern kein Glyphosat zum Einsatz komme, darüber hatte Hufmann auf Nachfrage informiert. Er setze Herbizide ein, bevor die Hügel geordnet und abgedeckt werden. Martin Sauer entgegnet: "Glyphosat ist sicher nur ein kleiner Teil des Problems." Es sei bewiesen, dass in Regionen, in denen über einen längeren Zeitraum Spargel angebaut wird, die Nitratwerte im Grundwasser steigen. Hufmann zufolge sind seine Böden von diesem Problem kaum betroffen, denn auch Gülle, die maßgeblich verantwortlich gemacht wird für Nitraterhöhungen im Grundwasser, lande nicht auf seinen Feldern.
Der Gartenbauverband verteidigt die Methoden der Brandenburger Spargelbauern. Angesichts der steigender Lohnkosten müssten zunehmend spezialisierte Betriebe mit geeigneter Technisierung gegenüber ausländischer Konkurrenz wettbewerbsfähig bleiben. "Wesentlicher Faktor für einen wettbewerbsfähigen Spargelanbau ist das Folienmanagement", so Jende.