Sternenkinder werden sie genannt, die kleinen Geschöpfe, die während oder kurz nach ihrer Geburt versterben. Und da es in Deutschland für alles eine Regel gibt, so hat die Personenstandsgesetzgebung mindestens 500 Gramm Körpergewicht oder bei weniger als 500 Gramm mindestens die 24. Schwangerschaftswoche festgelegt.
Außerdem werden diese Kinder nicht im Geburts- oder Sterberegister eingetragen. Mittlerweile wird der Begriff „Sternenkind“ immer häufiger für früh verstorbene Kinder verwendet.

Würdiger Ort für die Bestattung

Um Eltern einen würdigen Ort für die Bestattung ihrer Kinder zu geben, sieht das integrierte Entwicklungskonzept der Stadt Gransee aus dem Jahr 2017 unter anderen eine Neugestaltung des Friedhofs vor. Dazu gehöre auch die Schaffung eines würdigen Ortes für die Bestattung von Kindern und Sternenkindern, erläuterte am Freitag der Fachbereichsleiter für Bauen/Finanzen/Liegenschaften, Nico Zehmke, bei einem Termin auf dem Friedhof.
Zusammen mit Bürgermeister Mario Gruschinske stellte er die neue Engel-Skulptur auf dem Friedhof vor, um die herum die Kinder ihre letzte Ruhestätte finden sollen. „Wir wollten einen Ort schaffen, an dem die Eltern in Ruhe den Weg der Trauer gehen können“, sagte der Bürgermeister. Die Skulptur an zentraler Stelle ist ein Geschenk des Steinmetzbetriebes Tramontin aus Gransee, Mario Tramontin und sein Vater Marius waren ebenfalls am Freitag dabei.

Steinmetz-Betrieb in vierter Generation

Der Engel, so Mario Tramontin, bestehe aus Granit, wiege eine Tonne und sei aus dem Stein herausgearbeitet. „Da muss man sehr sorgfältig arbeiten, damit nichts abbricht.“ Drei Monate habe er im vergangenen Winter daran gearbeitet. Der Sockel besteht aus indischem Granit, er wiegt noch einmal eineinhalb Tonnen. Auf ihm ist Platz für 20 Sterne, in die dann die Namen der verstorbenen Kinder eingraviert werden.
Bürgermeister Gruschinske bedankte sich im Namen der Stadt bei der Firma Tramontin für das Geschenk. Die Firma besteht seit vier Generationen, stammt ursprünglich aus Norditalien und gelangte über Umwege nach Brandenburg. Nico Zehmke erwähnte noch, dass er besonders darauf gedrängt habe, dass die Anlage bis zum letzten Sonntag im Kirchenjahr, dem Ewigkeitssonntag (früher Totensonntag), fertig gestellt wurde. Nun bleibt nur zu hoffen, dass es möglichst sehr lange dauert, bis die Sterne den Sockel zieren.