Die beiden Mahnmale vor der Glambecker Kirche sahen früher einmal anders aus. Symbolträchtige Adler mit gespreizten Flügeln saßen darauf. Das ist auf alten Postkarten gut zu erkennen. Jetzt sollen die beiden Adler, die vermutlich um 1945 verschwanden, wieder ihren Platz auf den Kriegerdenkmalen erhalten. Besonders Simone Arndt setzt sich seit Jahren dafür ein, dieses Stück Glambecker Ortsgeschichte wieder zurückzuholen. Der Glambecker Ortsbeirat ist auf ihrer Seite. Jetzt muss nur das Geld vom Amt Löwenberger Land fließen. Aber was heißt nur. Es gibt viele Wünsche. Doch Simone Arndt ist geduldig und bringt sich regelmäßig in Erinnerung.

Recherchen zur Dorfgeschichte

Sie hat es auch geschafft, die Geschichte der jüdischen Familie Labe in Glambeck ans Tageslicht zu fördern. Sie hatte recherchiert, das deren Hab und Gut am 9. November 1938 in Flammen aufging. Alles war auf einen Platz, dem heutigen kleinen Kreisverkehr, geworfen und angezündet worden. Reichskristallnacht auf dem Dorf. Heute erinnert eine Tafel daran.

Zeitzeugen fehlen

Simone Arndt ist gebürtige Glambeckerin und es ist ihr ein „persönliches Anliegen, die beiden alten Mahnmale vor der Kirche und damit die Geschichte von Glambeck zu erhalten, zu pflegen und auch diese Zeiten nicht zu vergessen. Leider sind keine ortsansässigen Zeitzeugen für die Zeit um 1945 mehr im Ort“, erläutert sie. Mit ihrer Beharrlichkeit hat sie es mittlerweile geschafft, die Tafel mit den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs um drei Glambecker Namen zu ergänzen. „Was lange währt, wird gut“, sagt Simone Arndt, die sich besonders bei Nadine Meußler von der Löwenberger Amtsverwaltung „für die Unterstützung und Mühe zur Ergänzung der fehlenden Namen auf der Tafel“ bedankt.

Nachweise in Archiven

Dass es so lange dauerte, hatte mit den Nachweisen für die Behörden zu tun, die es gern mit Stempel und Unterschrift auf Papier haben, wer zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in Glambeck lebte. Bei zwei Namen wurde Simone Arndt in den Archiven fündig: H. Lohmann und F. Zetzsche. Bei H. Lewe gab es keine Akten mehr. Doch eine alte, jetzt verstorbene Glambeckerin, konnte sich an ihn erinnern. Sie bezeugte, dass Lewe im Ort gelebt hatte. Letztlich war das ein Kompromiss, mit dem das Amt umgehen konnte.

Namen sind verblasst

Frisch aufgebracht, lassen sich die Namen auf der Tafel gut lesen. Ganz anders sieht es bei der Inschrift für das Denkmal für den Ersten Weltkrieg. Die 13 Namen sind arg verblasst und benötigen eine Auffrischung findet Simone Arndt und auch der Glambecker Ortsbeirat. Vielleicht bringen die Adler Schwung in die Sache.