"Wir freuen uns über die zunehmende Aufmerksamkeit der Besucher und die steigende Qualität der Kunstwerke", äußerte sich Marko Fenske, selbst Künstler, der seit 25 Jahren an Pleinairs teilnimmt, über die Resonanz der zweiten Auflage des Festivals in Altthymen. Ganz ungekünstelt dankte er Sponsoren und Partnern der Region, die sein Vorhaben erneut unterstützt haben.
Unter natürlichen Voraussetzungen - Licht, Schatten und Motiv nicht arrangiert - bannten 13 internationale Künstler ihr Gesehenes auf die Leinwand, verdichteten ihre Eindrücke, reduzierten die Motive auf die vor ihnen liegende Natur. Die Altthymer Kirche, Kühe bei Bredereiche, ein Rapsfeld vor dem Gewitter, mit dem Paddelboot in Carwitz, ein Birkenwald bei Retzow - die Motive waren so reichhaltig wie die Umsetzung von Aquarell bis Acryl. Dabei ist es der Anspruch des Festivals, Einheimischen neue Perspektiven zu eröffnen, frei nach dem Motto "Fremde Augen sehen anders". Marko Fenske sieht darin einen touristischen und kulturellen Mehrwert für Altthymen und die Fürstenberger Umgebung. Es sei ein Wechselspiel. "Wir bereichern die Region, und die Region bereichert uns."
Der "freundschaftliche Wettbewerb" mündete in einer Preisverleihung. Es seien, so Fenske, jedoch alles gleichrangige Anerkennungen der Künstler. Das Festival stand unter dem Titel "Grenzen". Genau diesen Punkt verbildlichte laut der Jury die Grafikerin Maike Josupeit am besten. Das eindrucksvollste Einzelbild in dieser Kategorie lieferte die Irin Louise Treacy.
Die Charakteristik der Landschaft projizierte mittels Pinsel und Farbe David Goldberg am gekonntesten auf seine Leinwand. Er beeindruckte die Jury auch mit seinen einmaligen Kompositionen und einer natürlichen Farbverteilung. Das beste Einzelwerk in diesem Punkt stammt vom Iren Michael McGuire. Landsmännin Karen Scannell erhielt ebenfalls einen Preis.
Aber die Auszeichnungen spielten bei dem Festival nur eine Nebenrolle. Marko Fenske ging es um den Kontakt der Künstler, das Aufeinandertreffen, Inspiration, Austausch. Er selbst wolle so Grenzen der Kunst überwinden. "Wir lassen die Kirche nicht im Dorf, wir nehmen sie mit nach Hause", sagte er über die vielfältige Herkunft der Künstler, die ihre hier geschaffene Kunst in die ganze Welt tragen würden.
Doch zunächst ist eine Auswahl der Landschaftsbilder noch im "Haus des Gastes" zu sehen. Dort, wo sonst der Weihnachtsmann sein Postamt eröffnet und fleißig Hunderttausende von Briefen mit seinen Engeln beantwortet, hängen noch bis zum 30. Juli die Bilder der Freiluft-Maler.
Eine zweite Ausstellung ist in der Alten Reederei in Fürstenberg zu sehen.