Der Landesregierung seien zu dem Haftlager bislang auch nur die Informationen zugänglich, die aus Presse und Internet bekannt seien. Hieraus gehe hervor, dass sich auf dem Gelände der Mildenberger Ziegelfabriken seit 1953 ein Haftarbeitslager befand, das vermutlich in Folge des Arbeiteraufstandes vom 17. Juni 1953 eingerichtet wurde. Die Häftlinge wurden zur Arbeit in den nahegelegenen Ziegeleien gezwungen. Ab 1962 diente es als sogenanntes Arbeitserziehungslager nach sowjetischem Vorbild. Die Schließung des Lagers erfolgte 1963.
Die Landesregierung messe der Aufarbeitung der Geschichte der Zwangsarbeit in der sowjetischen Besatzungszone und DDR zwar eine große Bedeutung bei. "Entsprechend der Prämisse der Freiheit von Wissenschaft und Forschung vergibt die Landesregierung jedoch keine eigenen Forschungsaufträge", heißt es in der Antwort. Die Landesregierung werde auch keine Initiative ergreifen, um auf dem Gelände am Haftlagerstich entsprechende Erinnerungsinformationen aufstellen zu lassen. Allerdings verschließt sich das Wissenschaftsministerium nicht der Unterstützung von Initiativen, die in diese Richtung gehen: "Eine Förderung von Erinnerungstafeln am Haftlagerstich durch die Landesregierung käme bei entsprechender Antragstellung vorbehaltlich der Berücksichtigung der kulturpolitischen Strategie und der kulturellen Förderungsgrundsätze des Ministeriums in Betracht", heißt es.
Wie die Stadt Zehdenick mit den Forderungen des Wesendorfer Künstlers Rainer Baer nach einem Erinnerungsort auf dem Gelände des früheren Haftlagers umgehen wird, sollen die Stadtverordneten entscheiden. Seine Forderung diesbezüglich hatte Baer kürzlich in einem offenen Brief an die Stadt Zehdenick formuliert.