In der Seenfischerei Himmelpfort herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb. Die erste Schlacht vor Weihnachten haben sie hier mit Erfolg gemeistert. Zum Teil standen die Kunden Schlange.
Frischer Fisch aus dem Stolpsee und anderen heimischen Gewässer aus der Umgebung ist eben gefragt, besonders an den Festtagen. Vor allem Karpfen und Zander verkaufen sich in dieser Zeit wie geschnitten Brot. Wobei auch Fischer Mathias Winkler und seine Kollegen eine gewisse Zurückhaltung aufgrund der Corona-Pandemie erleben.

Kleinere Feiern, kleinere Fische

Vor einem Jahr waren vor allem große Fische gefragt, da feierte noch die ganze Familie mit Anhang das Weihnachtsfest. In diesem Jahr gingen kleinere Exemplare über die Ladentheke, weil viele Menschen das Fest in kleiner Runde verlebt haben dürften.

Regionale Produkte sind gefragt wie nie

Keine Chance also, die 15 bis 18 Kilogramm schweren Karpfen zu verkaufen, die in den Vorjahren gefragt waren. Ansonsten aber merkt der Fischer nichts von Zurückhaltung, die Geschäfte laufen prächtig, wie überall, wo regionale Produkte angeboten werden. Im Sommer seien sie von Touristen nur so überrannt worden. Natürlich kehrten die auch in das Restaurant ein, aber das sei verpachtet und jetzt ohnehin geschlossen.

Die Kunden lieben den geräucherten Fisch

Aber auch die Einheimischen wissen die naturbelassene Ware des Fischers sehr zu schätzen. Ob Weihnachten oder Silvester: Gefragt seien neben Karpfen und Zander vor allem geräucherte Fische: Forelle, Saibling, Aal, Heilbutt und Lachs. Natürlich fängt Mathias Winkler nicht alles selbst in heimischen Gewässern, aber das sei ohnehin ein offenes Geheimnis. „Der Fleischer verkauft auch alle Teile vom Rind, auch wenn er sich kein eigenes Rind hält“, erwidert der 45-Jährige schlagfertig. Der gebürtige Mecklenburger ist einer der Letzten seiner Zunft.
Er selbst fahre zwei bis drei Mal die Woche zum Fischen raus auf den See, aber keinesfalls täglich. „Die Angler wollen ja schließlich auch noch was haben“, sagt er, der vor Ort das Sagen hat, während sich sein Chef, Klaus-Peter Gensch, um die Aufzucht des Fischnachwuchses in der Teichlandschaft der Seenfischerei Angermünde kümmert.

Hochbetrieb kurz vor dem Jahreswechsel

Traditionell seien der 23. und der 30. Dezember die verkaufsstärksten Tage. Bis Silvester rechnet er noch mal mit einer starken Nachfrage nach Räucherfisch, der vor Ort mit Erlenholz veredelt wird, und frischem Fisch in Stücken, bevor im Januar erst einmal Ruhe einkehrt und Zeit zum Erholen sein wird nach einem so außergewöhnlichen Jahr 2020.