Im Grunde hat sich die Lage seit dem Sommer-Hochwasser des vergangenen Jahres nicht wirklich nachhaltig gebessert. Der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde, Hans-Jürgen Heymann, schätzt, dass die Pegel oberhalb der Schleusen um mindestens zehn Zentimeter gesenkt werden müssten, um auf ein verträgliches Niveau zu kommen.
Zwischen der Schleuse Schorfheide und Zehdenick gibt es immer zuviel Wasser – das sich insbesondere im Bereich der Zehdenicker Tonstichlandschaft auf mehrere Quadratkilometer weiträumig verteilt.
Die Durchlaufmenge an den Wehren in Zehdenick müsste schon über mehrere Wochen signifikant erhöht werden, um eine Entspannung erreichen – so wie im August vergangenen Jahres, als der Schiffsverkehr über zwei Wochen nach heftigen Regenfälle stillstand. Heymann hat angekündigt, dass das WSA noch einmal das Gespräch mit dem Betreiber der Wasserkraftanlage in Zehdenick, Herbert Rietmayer, suchen werde. Seine Behörde habe aber keine rechtliche Handhabe, um ihn zu zwingen, die Schotten zu öffnen. „Bei den Staurechten handelt es sich um Eigentumsrechte, in die wir nicht eingreifen können“, stellte Heymann klar. Rietmayers Interessen seien nicht die des WSA. Aber ohne das Wohlwollen des Wasserkraftanlagen-Betreibers werde es keine Entspannung geben. Aus wirtschaftlichen Erwägungen werde es womöglich schwer werden, Rietmayer zum Einlenken zu bewegen. Je höher die Differenz zwischen Ober- und Unterwasser ist, desto größer sei der Ertrag für den Betreiber. Die 1994 in Betrieb genommene Anlage erwirtschaftet mit einer Leistung von 150Kilowatt rund 942 Megawattstunden pro Jahr.
Ein bis zwei Tage die Schotten zu öffnen, werde definitiv nicht reichen. Der Pegel müsste signifikant gesenkt werden. Sollte es ein nasses Frühjahr geben, werde sich die Lage wohl noch weiter verschärfen. „Wir werden alles daran setzen, ab Saisonbeginn einen vernünftigen Betrieb zu gewährleisten“, kündigte Heymann an, ohne allerdings konkrete Versprechungen machen zu können.
Nicht jeder darf ran: Jörg Grimm hatte im Sommer 2011 die „Ehre“, die Schotten an den Wehren zu öffnen. Wann sie das nächste Mal aufgestoßen werden, ist offen.Archiv