„Echtes Neuland“ hätten sie betreten, gestand Petra Schier am Sonnabend bei der Eröffnung der Ausstellung „Whatsapp – Wald und W (V)ir(rus)“.
Die erste Vorsitzende begrüßte die abgezählten Besucher im Hof der Galerie der Kunstfreunde in der Marktstraße zur „ersten und einzigen Ausstellung in diesem Jahr“. Die Pandemie hatte den Kunstfreunden – wie im Grunde allen Veranstaltern und Künstlern – in diesem Jahr einen dicken Strich durch ihre Planungen gemacht. Und die Kunstfreunde hätten zu neuen Mitteln gegriffen, berichtete die erste Vorsitzende. Nachdem das Thema „Wald“ schon „vor Corona“ festgestanden habe, hätten sie dann im April eine whatsapp-Gruppe gegründet.

Mit der Leinwand in den Wald

„Hier konnte jeder seine Ergebnisse vorstellen, kommentieren, Fragen stellen und auf Anregungen hoffen“, sagte die Malerin Schier. Nach einer Gewöhnungsphase habe es dann sehr gut geklappt. Die Workshops seien von dem Berliner Künstler Peter Schedler begleitet und inspiriert worden, der, so Petra Schier, etwas Neues eingeführt habe. Statt Fotos später auf die Leinwand zu bringen, habe er seine Schüler mit Leinwänden im Format von 70 mal 100 Zentimeter in den Wald geschickt. Außerdem habe Peter Schedler angeregt, dass jeder Kunstfreund ein Blatt nach Vorgaben bemale, das dann später zu einem rund fünf Meter langen Wandfries zusammengestellt wurde. Auch dieses ist in der Ausstellung zu bewundern.
Weil Bürgermeister Bert Kronenberg sich in Corona-Quarantäne befindet, schickte er ein Grußwort und stellte das Spannungsfeld der Ausstellung heraus, den aktuellen Bezug von Wald und Corona. Kuratiert hat die Ausstellung Vereinsmitglied Marion Steer. Sie gab den Besuchergruppen kurze Hinweise auf die Genese der einzelnen Bilder. Neben den Großformaten verdienen die kleinen Werke in den Vitrinen besondere Aufmerksamkeit: Hier wird das Thema „Wald“ spielerisch variiert, denn in jedem Werk spielt ein Blatt Toilettenpapier (eine Art verwandelte Form von Wald) eine Rolle.

Rustikaler Schmaus

Passend zum Thema traten die Jagdhornbläser auf, die ebenfalls einen „rustikalen Schmaus“ anboten. Die Ausstellung kann noch bis zum 18. November in Augenschein genommen werden. Sie ist freitags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet – selbstverständlich im Rahmen der Hygiene-Vorschriften vor dem Hintergrund der Pandemie.
Davon befreit ist man freilich, begibt man sich selbst in den Wald, um seine Schönheit bei einem Spaziergang in aller Ruhe zu genießen. Die Ausstellung der Kunstfreunde Zehdenick ist eine schöne Anregung auf dem Weg in die Natur.

Zahlreiche Freizeit-Künstler haben teilgenommen


– Als Gäste der Zehdenicker Kunstfreunde haben bei dem Projekt folgende Personen teilgenommen: Petra Eckert (Liebenwalde), Marina Hillebrand (Kraatz), Günther Korzak (Marienthal), Sybille Lowicki (Schönermark) und Elvira Schmusch (Wentow).

– Als Vereinsmitglieder waren mit von der Partie: Silke Brux (Zehdenick), Wolfgang Janisch (Liebenwalde), Christa Kneise (Berlin/Marienthal), Burkhard Morawietz (Altlüdersdorf), Dr. Ursula Naumann (Neuglobsow), Bernhard Obst (Zehdenick), Gundula Rabe (Zehdenick), Gabriele Schäfer (Wentow), Petra Schier (Zehdenick), Marion Steer (Zehdenick).