Über hohen Besuch anlässlich ihres Dorffestes am Sonnabend durften sich die Schulzendorfer freuen. Da die Schweizer Botschafterin verhindert war, konnte der frühere Ortsvorsteher Jürgen Haß mit Annegret Zimmermann die Leiterin der Konsularabteilung aus der Alpenrepublik begrüßen. Anlass war die Besiedlung des Ortes durch Schweizer vor 325 Jahren. Für Jürgen Haß, der bereits mit seiner Frau aus Schulzendorf weggezogen ist, war es der letzte öffentliche Auftritt in seiner alten Heimat. Daher freute er sich besonders, dass es ihm gelungen war, jemand aus der Botschaft der Schweiz nach Schulzendorf zu locken.
Im Gemeindezentrum hatten die Schulzendorfer eine Ausstellung vorbereitet, die sie voller Stolz der Botschaftsrätin zeigten. Dabei erwies sich der stellvertretende Ortsvorsteher Carsten Dräger als ein kompetenter Führer durch die Ausstellung.
Dräger, der sich als Historiker intensiv mit der Wiederbesiedlung der wüsten Region durch Schweizer Kolonisten beschäftigt hat, konnte Annegret Zimmermann einiges berichten. So waren es im Jahre 1691 insgesamt 16 Familien die sich in Schulzendorf niederließen. Auch das erste Waisenhaus in Neuruppin und zahlreiche Kirchen in der Region sind das Werk Schweizer Siedler.
Zu sehen in der Ausstellung gab es originale Dokumente aus dieser Zeit, wie den umfangreichen Stammbaum einer Familie Hoffer und das Warenbuch von Robert Schirmer, einem Bauern. Dieser hatte akribisch aufgeschrieben, was er an Waren an wen geliefert hat. Aber auch eine Liste und eine große Karte mit den Namen Schweizer Siedler sind Zeugnisse aus dieser Zeit.
Bevor am Nachmittag das Kulturprogramm mit der "Original Rönnebecker Spaßmannschaft" und den Waschweibern Alma und Elfriede begann, wurde Annegret Zimmermann auf dem Festplatz offiziell empfangen. Jürgen Haß überreichte der Botschaftsrätin mehrere Bücher über die Region und einen Korb mit heimischen Produkten.
Aber auch für den früheren Ortsvorsteher hatte Bürgermeister Ralf Wöller eine Überraschung. Er dankte Jürgen Haß für dessen Arbeit mit einem Präsent in flüssiger Form und auch für Haß' Frau gab es Blümchen, weil sie ihrem Mann in all den Jahren den Rücken gestärkt hat.