Die zum Verkauf stehende Immobilie liegt idyllisch am Wiesenweg. Umgeben von Kleingärten, aber nur wenige Schritte vom Gasthaus „Der Marienthaler“ entfernt, steht das alte Feuerwehrgerätehaus und wartet auf einen neuen Eigentümer.

7200 Euro lautet das Mindestgebot

Jetzt will die Stadt Zehdenick das Gebäude im Außenbereich von Marienthal loswerden. Damit sich Interessenten bei einer Vor-Ort-Besichtigung aufgrund der sehr maroden Bausubstanz nicht selbst in Gefahr bringen, ist eine Absperrung gezogen worden. „Betreten verboten“, steht auf den Schildern geschrieben. Das stark sanierungsbedürftige Feuerwehrgebäude mit Steiger- und Schlauchtrockenturm ist für ein Mindestgebot von 7200 Euro zu haben. Noch bis zum 30. September dieses Jahres dürfen Angebote abgegeben werden.

Eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten

Aber was kann der Käufer mit der Immobilien anstellen? Offenbar nicht viel. Im Flächennutzungsplan der Stadt ist das Areal als Fläche für die Landwirtschaft ausgewiesen. Das Gebäude befindet sich im Außenbereich. Somit sei eine Nutzung und Bebauung des Grundstücks oder eine Nutzungsänderung zu Wohn- oder Gewerbezwecken „so gut wie ausgeschlossen“, heißt es in der Ausschreibung. Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Gebäude nicht über die gesetzlichen Abstandsflächen verfügt. Andererseits führt die Stadtverwaltung aus, dass ein Anschluss an die Strom- und Gas-Versorgungsnetz ohne größere Umstände kostenpflichtig möglich wäre. Auch die Versorgung mit Trinkwasser wäre möglich. Nur für das Schmutzwasser gibt es bisher noch keine Anschlussmöglichkeit. „Zum späteren Zeitpunkt kann mittels neuem Grundstückspumpwerk und neuer Abwasserdruckleitung im Wiesenweg ein Anschluss kostenpflichtig erfolgen“, heißt es im Ausschreibungstext.

Sehr lange Mängelliste

Die Verwaltung geht wohl davon aus, dass der neue Eigentümer sich um das alte Gebäude kümmern wird und kein Abriss in Frage kommt. „Der Käufer soll sich im Kaufvertrag zur Durchführung baulicher Sicherungsmaßnahmen verpflichten“, heißt es. Und die scheinen dringend nötig zu sein: Die Außenwände sind durchfeuchtet und weisen Salpeter-Ausblühungen auf, in den Außen- und Innenwänden gibt es Risse und Putzabplatzungen, das Holz des Schlauchturmes ist von Schädlingen befallen, das Dach verschlissen und die Elektroinstallation völlig veraltet.
Seit 15 Jahren wird das 1938 erbaute Feuerwehrgerätehaus zu Lagerzwecken genutzt. Zu DDR-Zeiten erfolgte die Erweiterung um einen Anbau. Die Gebäude ist nicht unterkellert und hat eine Bruttogrundfläche von 93 Quadratmetern. Die Feuerwehr nutzt es schon lange nicht mehr. Vor Jahren erhielten die Einsatzkräfte ein modernes Feuerwehrdepot neben dem Gemeindezentrum.