Der Arbeitsaufwand für langwierige Planverfahren einerseits und die Kosten dafür andererseits ließen sich laut Christian Tutsch, in der Verwaltung für Planung und Städtebau zuständig, so reduzieren. Zumal man gegenüber der Landesregierung bessere Argumente hätte, wenn das Wohngebiet bereits vor 2029 belegt sein sollte und man sich um die Ausweisung weiterer Fläche bemühen wollte. Die Grundstücke auf der Pferdekoppel sollen ferner im Rahmen des sogenannten Einheimischenmodells vergeben werden. Eine solche Richtlinie war jüngst in Gransee verabschiedet worden und soll dort für die Erweiterung der Stadtwaldsiedlung zur Anwendung kommen.

Großes Interesse an Ratssitzung

Für die bei der Sitzung als Gäste erschienen Dagower war das eine echte Überraschung. Sie machten sich bereits große Sorgen, dass das geplante Ferienhausareal gegenüber der Pferdekoppel am Feldweg den Charakter ihres Ortes erheblich verändern könne und sahen sich nun mit viel weitergehenden Plänen konfrontiert – auch wenn die beabsichtigte Erschließung eines Teils der Pferdekoppel als Wohnbauland bekanntermaßen nicht neu ist.  Zahlreich füllten die Dagower die Besucherplätze, so zahlreich, dass die Verantwortlichen bereits überlegten, die an diesem Abend als Sitzungssaal fungierende Fahrzeughalle der Menzer Feuerwehr angesichts der einzuhaltenden Abstände für weiteres Publikum zu schließen. Ihre Bedenken in Sachen Ortsbildveränderung, Naturschutz und der Verschiebung der Anteile von einheimischen Bewohnern und Feriengästen, die bereits bei einem Pressetermin im Vorfeld publik gemacht wurden (wir berichteten), trugen die Dagower auch bei der Ratssitzung vor.
Eine Delegation der Erbengemeinschaft, die das Areal nördlich des Feldwegs entwickeln will, war ebenfalls anwesend und berichtete, dass die Pläne mittlerweile etwas reduziert wurden. So seien statt 26 Parzellen nunmehr 19 vorgesehen. Der Wald in der nordöstlichen Ecke soll ferner als Wald erhalten bleiben. Eine Abstimmung mit der Forst habe bereits stattgefunden, der übrige Wald könne umgewandelt beziehungsweise durch eine Ausgleichsmaßnahme ersetzt werden, hieß es. Eine positive Stellungnahme liege seitens der Landesplanung vor, die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises verlange die Erstellung eines Umweltberichtes, der bereits in Auftrag gegeben sei. Die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes hatten die Stechliner Gemeindevertreter bereits 2018 einstimmig beschlossen.
Als Reaktion auf die vehemente Kritik an dem Projekt aus Dagow wurde seitens der Erbengemeinschaft der Vorschlag unterbreitet, die Anregungen und Bedenken abzuwägen und dies den Gemeindevertreter noch einmal vorzulegen. Das wurde mit Applaus honoriert. "Das Ganze wird dann vielleicht ein viertel Jahr oder vier Monate länger dauern. Auf ein Konzept werden wir aber nicht warten. Ansonsten gehen wir voran", stellte Christine Seitenberg namens der Erbengemeinschaft fest.
Die Entwicklung des Ferienhausgebietes wollte Christian Tutsch von der Amtsverwaltung indes auch in Zusammenhang mit der Erholungsort-Konzeption von Neuglobsow und Dagow verstanden wissen. Diese sehe mindestens 100 Betten in Beherbergungs-Einrichtungen vor. Könne die Gemeinde diese nicht vorhalten, könnte über kurz oder lang der Titel "Staatlich anerkannter Erholungsort" auf dem Spiel stehen.
Kritik aus der Dagower Einwohnerschaft wurde noch an der Kommunikationspolitik von Amt und Gemeinde geäußert. So fand im Nachgang des Aufstellungsbeschlusses im Februar 2019 noch eine Einwohnerversammlung statt. An dieser nahmen lediglich drei Einwohner teil. Denn dies sei lediglich im Schaukasten publik gemacht worden und der Kasten sei zu jener Zeit teils vereist und daher schwer ablesbar gewesen.