Es bleibt dabei: Wie schon im Frühjahr durch das Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) in Berlin angekündigt, wird die Schleuse Steinhavel vom 26. Oktober bis zum 30. April 2021 für die Schifffahrt komplett gesperrt sein. Hintergrund sind Arbeiten im Rahmen der fünf Jahre andauernden Sanierung der Staustufe auf der Oberen Havelwasserstraße zwischen Fürstenberg und Wesenberg.

Arbeiten zur Hangsicherung laufen an

In den Vorhäfen der Schleuse werden ab Ende Oktober gleichzeitig Arbeiten zur Hangsicherung ausgeführt. Dabei werden unter anderem 1 200 Tonnen Stahlspundbohlen und 550 Meter Holzpfahlwände eingebaut sowie 6 000 Kubikmeter Bodenaushub realisiert.
„Wie schon beim Ersatzneubau der Schleuse Fürstenberg/Havel im Jahr 2010 liegt unsere oberste Priorität bei diesem Bauvorhaben auf der Einhaltung der unvermeidbaren Schleusensperrzeiten. Aufgrund des notwendigen umfangreichen Geräteeinsatzes für die Bauausführung in den Vorhäfen haben wir uns entschieden, den Ersatzneubau für die Schleuse selbst erst im Winterhalbjahr 2021/22 auszuführen“, so Ralf Dietrich als Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes. Eine gleichzeitige Ausführung der Bauarbeiten in den beiden Vorhäfen und für den Ersatzneubau der Schleuse sei aufgrund des beengten Baufeldes aus „bautechnologischen Gründen“ nicht möglich und auch nicht zwingend notwendig, „so dass wir keine unkalkulierbaren Risiken zur Einhaltung der Schleusensperrzeiten eingehen wollen“, so Dietrich weiter.

Eine Arbeitsgemeinschaft erhielt den Zuschlag

Auftragnehmer ist eine Arbeitsgemeinschaft der Unternehmen Züblin Spezialtiefbau GmbH, Mette Wasserbau GmbH & Co. KG und Eurovia Verkehrsbau Union GmbH. „Alle drei Unternehmen haben zuletzt nachhaltig gezeigt, dass sie Aufträge der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in guter partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber ausführen wollen. Gute Voraussetzung also, um auch das zweite Baulos anforderungsgerecht auszuführen und die bekannt gemachte Sperrzeit einzuhalten“, so Dietrich.

Bauvorbereitungen termingerecht abgeschlossen

Abgeschlossen sind seit dem 22. September die bauvorbereitenden Arbeiten wie der Bau eines Betriebweges für die neue Baustellen- und Betriebsgeländezufahrt und die Errichtung einer Wehrgrabenführung. Diese Bauleistungen seien durch die Strabag AG, Niederlassung Lübben, qualitäts- und termingerecht ausgeführt worden. Mit einer Abrechnungssumme in Höhe von rund zwei Millionen Euro liege das Bauvorhaben zudem im Rahmen des geplanten Budgets, so Dietrich.
Bis die neue Schleuse in Betrieb gehen kann, wird es aber noch einige Zeit dauern. Denn der Ersatzneubau für die Schleuse selbst wird erst im Winterhalbjahr 2021/22 realisiert. Erstmals errichtet der Bund im Rahmen des Steinhavelmühle-Vorhabens eine Fischaufstiegstreppe, um die ökologische Durchlässigkeit zu garantieren. Investiert werden insgesamt rund 25 Millionen Euro, was wohl auch mit der Wichtigkeit der Staustufe Steinhavel zu tun hat, die ein unverzichtbares Bindeglied zwischen Berlin und der Müritz beziehungsweise den Rheinsberger Gewässern und auch dem Kammerkanal nach Neustrelitz darstellt.

Alte Schleuse ist in einem schlechten Zustand

Im Jahr 2015 wurden in der Schleuse Steinhavel knapp 25.000 Schiffe geschleust. Der Anteil der Kanus und Kajaks liegt in den Sommermonaten bei mehr als 20 Prozent. Die zuletzt in den 1960er-Jahren sanierte Staustufe befindet sich in einem schlechtem baulichen Zustand. Sie entspreche nicht mehr den heute geltenden Anforderungen. Mit ihrem Neubau soll die Verkehrsfunktion der Oberen Havelwassersstraße nachhaltig gewährleistet und die ökologische Durchgängigkeit der Staustufe hergestellt werden.

Bauvorhaben mit vielen Einzelobjekten


Der Neubau einer Betriebsweganbindung und einer Wehrgrabenüberführung

zur Erschließung des Bau- und Betriebsfeldes ist abgeschlossen.

Es folgen der Ersatzneubau eines zweifeldrigen Klappenwehres anstelle des alten Mühlenwehres.

Es folgen der Rückbau des nicht mehr benötigten Freiarchenwehres.

Die Nachsorge des Trenndammes und der Neubau einer Fischaufstiegsanlage zwischen Wehrgraben und Schleusenkanal.

Der Ersatzneubau der Schleuse an gleicher Stelle.

Der Ersatz der Wartestellen im Oberen und Unteren Vorhafen.

Der Wiederaufbau einer Bootsschleppe für muskelbetriebe Fahrzeuge.

Die Automatisierung aller Anlagen auf Vollautomatik beziehungsweise die halbautomatische Selbstbedienung durch die Nutzer.

Verschiedene Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für unvermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft. red