Wege übers Land sind nicht nur weit, sondern oft auch holperig. Kommunen wie Fürstenberg streben deshalb die Instandsetzung oder gar Sanierung von Gemeindestraßen an, ohne dabei freilich nach den Sternen greifen zu können, was die Finanzen betrifft. Schnell kann dieser Haushaltsposten nämlich ein Fass ohne Boden werden.

Zwiebelweg in Großmenow erneuert

200.000 Euro will die Wasserstadt dieses Jahr in die Instandsetzung kommunaler Straßen stecken. Umso mehr reagierten Abgeordnete und in diesem Fall der Steinförder Ortsvorsteher Holger Schwarzer irritiert, dass der Zwiebelweg in Großmenow von der Kommune erneuert wurde. Zwei Kilometer seien bis zu einem einzigen bewohnten Grundstück auf Vordermann gebracht worden, hieß es. Während der jüngsten Ratssitzung hielt Schwarzer deshalb mit Kritik nicht hinterm Berg: Wer habe denn dies veranlasst, zwei Kilometer zu erneuern? wollte der sichtlich verärgerte Schwarzer wissen. Es gebe doch Straßen wie die Ortsverbindung zwischen Steinförde und der Röblinsee-Siedlung, bei denen eine Instandsetzung weitaus dringender nötig wäre.

Unterhaltungspflicht

Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) bestätigte, dass es derzeit Bauarbeiten an den Gemeindestraßen im Rahmen der Unterhaltungspflicht gebe. Dies auf Basis regulärer Beschlüsse der Stadtverordneten und einer Verständigung mit den Ortsvorstehern. David Röwer (Fraktion Vielfalt) pflichtete Schwarzer bei: „Aber es gibt schon einige Maßnahmen, die auf den ersten Blick nicht sinnvoll erscheinen“, meinte er in Anspielung auf das Zwiebelfeld.
Bauamtsleiter Stefan Kadatz gab zu verstehen, solche Diskussionen aus früheren Tätigkeiten in anderen Kommunen durchaus zu kennen.
Fürstenberg verfügt nach seinen Worten über rund 150 Kilometer Gemeindestraßen und Wege, 40 Kilometer seien gänzlich unbefestigt. Außerdem gebe es noch die sogenannten Erschließungswege. Für den Zwiebelfeld-Weg habe die Stadt lediglich 2.000 Euro in die Hand genommen. „Das ist nun einmal ein öffentlich-rechtlicher Weg, da ist die Kommune also in der Straßenbaulast-Pflicht. Und die Erneuerung war auch notwendig“, betonte Stefan Kadatz. Zumal derartige Ausbesserungs-Arbeiten lediglich bis zu drei Jahren halten, manchmal auch weniger. Der Weg war nach Angaben der Stadtverwaltung sehr zerfahren und wurde mittels „Grader und Erdbauwalze“ profiliert und befestigt. (Grader: Begriffserklärung siehe Infokasten)Durch die links- und rechtsseitige Profilierung könne Regenwasser wieder besser ablaufen.

Himmelpforter Gehwege ein Problem

Bei der Gelegenheit, und weil die beauftragte Firma gute Arbeit leistete, habe man von den Bauleuten auch gleich die Straße von der Zehdenicker Straße bis zum Sportplatz instandsetzen lassen. Haken bei der Sache: Eigentlich müssten viele marode Wege in einer nächsten Stufe mit Material aufgefüllt werden. Dies sei aber ein Problem der Logistik, Ausschreibungen wären umfangreicher, mehr Personal würde das bei der grundhaften Instandsetzung binden.
Der Himmelpforter Ortsvorsteher Lutz Wilke brach bei der Gelegenheit eine Lanze für die Bauhof-Mitarbeiter. So sei vor wenigen Tagen der Gehweg am Brauhaus in Weihnachtsdorf – er führt zum Parkplatz – sehr schnell und gut erneuert worden. „Danke“ wolle er dafür sagen.
Andererseits gebe es Maßnahmen, die die Anwohner verunsicherten, etwa in der Fürstenberger Straße in Himmelpfort. Dort werden Gasleitungen verlegt. Die Anlieger beschwerten sich, so Wilke, weil der Gehweg schwer in Mitleidenschaft gezogen wird während der Bauarbeiten. Man sorge sich, dass dieser missliche Zustand nun für Jahre so bleibt. Kadatz beruhigte ihn. Das Unternehmen, das die Leitungen verlegt, habe dies auch schon in Fürstenberg am Berliner Berg getan. Akkurat und sauber habe die Firma gearbeitet. Und vor allem: Der Gehweg sei anschließend so gut wiederhergestellt worden, „der sieht jetzt fast besser aus als vorher“, schmunzelte Kadatz.

Kommunale Straßen, Wege und Plätze sind ein Dauerbrenner


– Ein Grader, auch Planierer, Erdhobel oder Straßenhobel genannt, ist eine Baumaschine zum Herstellen von großen ebenen Flächen.

– Schon in Zeiten des Amtes Fürstenberg wurde teils heftig über den Ausbau und die Instandhaltung von Gemeindestraßen diskutiert. Dies vor allem mit Blick auf das Amt Gransee und Gemeinden, das bereits um die Jahrtausendwende die kommunalen Straßen und Wege größtenteils über die Amtsumlage sanierte und fortan instandsetzte.

– Finanzielle Engpässe nicht zuletzt wegen der Konversion sorgten dafür, dass die Instandsetzung von kommunalen Straßen und Wegen im Fürstenberger Seenland ein Dauerbrenner wurde.

– Vor mehr als zehn Jahren kochte das Thema wieder hoch, als der Streit um den Buchgartenweg bei Zootzen ausbrach, den das Evangelische Johannesstift als dringend sanierungsbedürftig ansah. Allerdings stellte sich erst einmal heraus, der Weg gehörte der Landesforst.

– Anfang 2011 wurden Stimmen laut, die eine Planung der kommunalen Straßenreparatur forderten. Konkret ging es um Huckelpisten wie den Dahmshöher Weg in Altthymen.

– Für dieses Jahr plant die Stadt Fürstenberg laut Haushaltsplan rund 400.000 Euro in die Unterhaltung und Instandsetzung sämtlicher Straßen, Brücken und damit zusammenhängender Anlagen zu stecken. Die Hälfte soll direkt in den Straßenunterhalt fließen. pilz