"Wir sind nicht dagegen, dass Touristen herkommen, aber das muss alles in einem gesunden Verhältnis bleiben", sagt Martina Bauchrowitz, die mit Gleichgesinnten aus dem Ort am Montag die Presse zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen hatte. Bereits jetzt sei das Verhältnis von Leuten, die Dagow als Erstwohnsitz haben, und jenen, die dort nur ein Ferien- oder Wochenendgrundstück nutzen, etwa 50 zu 50, betont sie. Und nun sollen 26 Ferienhausparzellen hinzukommen.
Als willkommene Möglichkeit, sich der alten Bungalows aus DDR-Zeiten entledigen zu können, wie kolportiert worden sei,  sei das Projekt überdimensioniert. An- und Abreiseverkehr sowie die Versorgung und Erschließung der geplanten Anlage, seien Themen, die beunruhigen. Bereits Anfang März dieses Jahres hätten mehr als 50 der knapp 125 Einwohner Dagows mit einer Unterschriftensammlung und einem offenen Brief an die Gemeindevertreter ihren Unmut über das Projekt kundgetan, erinnerte Thomas Schwank. Ortsbeirat Peter Behnke sei damals Initiator gewesen. Reaktionen? Die seien bei den Dagowern bislang nicht angekommen, so Schwank weiter. Zu befürchten sei, Rat und Verwaltung wollen das Thema aussitzen.
Fragen zur Finanzierung
Zu einigen von den Bürgern in diesem Zusammenhang aktuell wieder aufgeworfenen Fragen, wie nach dem Sinn der Verwendung von Steuergeld für die Aufstellung des Bebauungsplanes sowie der Erschließung des Areals hatte die Amtsverwaltung indes bereits Ende 2018 Stellung genommen. Etwa dazu, dass Erklärungen der Eigentümer vorliegen, dass sämtliche Kosten für die Aufstellung des Bebauungsplanes übernommen werden. Die Kostenteilung zwischen Eigentümer und Kommune zu r Erschließung sei noch zu verhandeln, hieß es ebenfalls. Doch habe die Gemeinde durchaus ein Interesse an der Erschließung, denn südlich des Feldwegs beabsichtigt sie, Bauland auszuweisen. Die innere Erschließung der Siedlung sei hingegen Sache der Eigentümer, wurde betont. Der Beschluss, das Bebauungsplanverfahren anzuschieben, fiel seinerzeit schließlich einstimmig. Kritik aus den Reihen des Rates gab es nicht.
Einwohnerantrag angekündigt
Bei der Gemeindevertretersitzung am Mittwoch wollen sich die Dagower nun zu Wort melden, kündigen sie an. Sie drängen darauf, den Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes zurückzunehmen. Ferner haben sie sich dazu entschieden, einen sogenannten Einwohnerantrag gemäß Paragraf 14 der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg an die Gemeindevertretung zu richten. Da der Antrag von fünf Prozent der Stechliner Einwohner, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, unterzeichnet sein muss, starte jetzt eine erneute Unterschriftensammlung. Zur Septembersitzung der Gemeindevertretung sollen diese vorgelegt werden, um das Gremium zu zwingen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Planungsrechtliche Grundlagen


Von den Gemeindevertretern beschlossen wurde Ende 2018, den Bebauungsplan Nummer 8 mit dem Namen "Erholungsgebiet Feldweg" zu erarbeiten.

Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, damit auf dem Areal Wochenend- und Ferienhäuser errichtet werden können.

Das B-Plangebiet umfasst 2,4 Hektar und erstreckt sich über acht Flurstücke. mhe