Einen Schritt weiter sind die Mitglieder des Fürstenberger Sozialausschusses, was das Thema Kinder- und Jugendbeteiligung an kommunalpolitischen Entscheidungen anbelangt. Die 17-jährige Laura Runge hat den Ausschussmitgliedern ihr Konzept vorgestellt, wie sie sich konkret die Mitbestimmung junger Leute an der Kommunalpolitik vorstellt, die nach der Brandenburgischen Kommunalverfassung für alle Kommunen im Land verpflichtend ist.

Regelmäßige Gespräche mit dem Bürgermeister

Denn bevor die Stadtverordneten über die Änderung ihrer Hauptsatzung abstimmen werden und möglicherweise die Zuständigkeitsordnung der Fachausschüsse des Stadtparlamentes geändert werden, sollen die Parlamentarier Klarheit darüber bekommen, wie konkret die Mitbestimmung gestaltet werden kann. Regelmäßig könnten beispielsweise Kinder- und Jugendkonferenzen einberufen oder ein Jugendforum alle drei Monate im Treff 92 organisiert werden. Die Jugendkonferenz hingegen sollte nur einmal im Jahr, dann aber in großer Runde mit etwa 80 bis 100 Kindern und Jugendlichen. Auch eine Sprechstunde beim Bürgermeister ließe sich organisieren. „Wir sollten dann mit ihm darüber diskutieren, was gerade in der Stadt läuft. Die Fragen, die wir dem Bürgermeister stellen, werden vorher im Jugendforum besprochen“, hat Laura Runge schon sehr konkrete Vorstellung darüber, wie die Mitbestimmung ablaufen kann.

Jugendliche wollen endlich mitreden

„Wir wollen in der Stadt mitreden und in die Entscheidung mit einbezogen werden“, machte sie deutlich, dass an Kindern und Jugendlichen künftig kein Weg mehr vorbei führen kann. Auch drei bis vier Jugendliche als sachkundige Einwohner in die Fachausschüsse des Stadtparlamentes zu berufen, könnte sie sich gut vorstellen. Ausschussvorsitzender David Röwer (Fraktion Vielfalt) will sogar noch einen Schritt weitergehen und den Jugendlichen einen Sitz im Stadtparlament geben, wenn das rechtlich möglich ist.

Rechtlicher Rahmen soll bis Jahresende stehen

Aber ab welchem Alter sollten Kinder an kommunalpolitischen Themen herangeführt werden? Etwa aber der 5. oder 6. Klasse, hieß es aus den Reihen der Ausschussmitglieder. Aber wie erreicht die Stadt die Heranwachsenden? Die Stadtverwaltung Fürstenberg versucht den Weg über die Schulen zu gehen und sucht den Kontakt mit den Schulsozialarbeitern.
Sandro Große als sachkundiger Einwohner im Sozialausschuss forderte eine schnelles Handelns der Kommune: „Wir sollten das Kind zum Laufen bringen.“ Eine Herausforderung sieht er daran, auch die Kinder und Jugendlichen in den Ortsteilen für die Mitarbeit zu gewinnen. Die Verwaltung ist dafür, die Beteiligungsmöglichkeiten sehr offen zu formulieren. Und Ina Kuhlmann, parteilose Stadtverordnete und Leiterin des Jugendtreffs 92, setzt sich für eine Zukunftswerkstatt ein, die über mehrere Tage veranstaltet und von einem professionellen Moderator begleitet werden könnte. Dafür müssten dann Gelder eingeplant werden.
Nun, nachdem in zwei Sitzungen des Sozialausschusses über das Thema diskutiert wurde, will die Verwaltung für die nächste Sitzung Ende Oktober eine Beschlussvorlage erarbeiten, die dann im November oder Dezember von den Stadtverordneten beschlossen werden kann, kündigte Hauptamtsleiterin Carola Hoheisel an.