2020 dürfte den Mitarbeitern des Fürstenberger Rathauses als Jahr des Wandels im Gedächtnis bleiben. Wohl auch wegen der Pandemie, die nach wie vor das tägliche Miteinander stark beeinträchtigt. Vor allem aber, weil mehr als ein Viertel des Teams personell erneuert wurde. 25 Planstellen gibt es in der Stadtverwaltung am Markt – acht neue Mitarbeiter lösten in den vergangenen Wochen und Monaten ausgeschiedene Mitarbeiter ab, ein neuer Lehrling ist unter ihnen. Der Grundsatz gilt dennoch: Auch künftig soll sich die Anzahl der Planstellen nicht erhöhen.
Mit Dirk Stolpe wechselte ein langjähriger Bauhof-Experte von den „Stadtsoldaten“ in seine eigentliche Funktion, quasi in seine Berufung als Feuerwehr-Profi: Stolpe ist seit April Stadtbrandmeister.
Für den Personalverantwortlichen, Bürgermeister Robert Philipp (parteilos), ist die Entwicklung hin zu einer Team-Verjüngung sehr erfreulich – nach seinen Worten sei es nicht so einfach, heutzutage geeignetes Personal zu finden. Junge Leute strebten seltener eine Karriere in Gemeindeverwaltungen an, öfter dagegen in Trendberufen wie in der IT-Branche.

Bauingenieure sind rar gesät

Doch auch in dem Schlüsselressort des Bauamtes habe es sich als kompliziert erwiesen, einen Nachfolger der Amtsleiterin Sylvia Jandt zu finden, die im vergangenen Herbst nach lediglich zwei Jahren ausgeschieden war. Mit Stefan Kadatz habe man glücklicherweise eine sehr gute, ideale Besetzung finden können. Der 47-jährige Kadatz ist Architekt und ausgewiesener Verwaltungsprofi, vor allem aber stressresistent.
Fakt sei, so der Bürgermeister, in der gesamten Verwaltung dreht sich auch in den kommenden Jahren das Personalkarussell. Aus Altersgründen, denn einige Mitarbeiterinnen, die schon seit der Wende zuverlässig die Reihen verstärkten, werden eins Tages altersbedingt ausscheiden. Etwa Undine Wunderlich, Carola Hoheisel, Margit Nitschke und Kerstin Gerstendörfer.

Azubi seit September

Da sei es von Vorteil, wenn ausgebildet wird. Und das tut die Kommune nach wie vor, betont der Bürgermeister. Vor einigen Wochen beispielsweise begann die Lehrzeit des 16-jährigen Leon Bonath, der aus dem Löwenberger Land stammt und für drei Jahre den Beruf des Verwaltungsfachangestellten erlernen wird, Fachrichtung Kommunalverwaltung.
Wichtig dabei: Der Wandel geht einher mit der sprunghaften Technologie-Entwicklung. Junge Leute seien in dem Sektor viel besser aufgestellt, als die in analogen Verhältnissen aufgewachsenen älteren Kollegen. Gut sei es daher, dass man seit Juli mit Gino Walczynski einen echten IT-Fachmann beschäftigen kann. Noch dazu, weil der 38-Jährige ein Einheimischer ist. Vor allem aber: Er löst Frank Tiede ab, der in den wohl verdienten Ruhestand wechseln konnte.
Kurz vor dieser Zäsur befindet sich auch ein wichtiger Mitarbeiter, der erst seit August die Reihen des Teams im Bauamt verstärkt. Das klingt wie ein Widerspruch, auf den zweiten Blick ist es aber wohldurchdacht: Detlef Bloecks ist ebenfalls Wasserstädter, 64-Jahre alt. Er wird für einen überschaubaren Zeitraum eine Mitarbeiterin vertreten, die im Schwangerschaftsurlaub ist. Damit der außerordentlich wichtige Bereich der Hoch- und Tiefbauangelegenheiten, mitsamt den zu leistenden Ausschreibungen beispielsweise nicht brach liegt, konnte Detlef Bloecks gewonnen werden.
Elternzeitvertretung ist überdies ein wichtiger Aspekt in der Beschäftigung von Anika Köhler. Die 33-Jährige ist in Berlin geboren und eigentlich eine staatlich geprüfte Fremdsprachensekretärin. Weil aber Jenny Haucke, die seit Längerem den Sitzungsdienst leistet, den Schwangerschaftsurlaub angetreten hat, wird sie von Anika Köhler in der Abteilung Kommunale Angelegenheiten ersetzt, ebenso bei den Versicherungen und beim oft schwierigen und stressigen Sitzungsdienst.
Gut mit Zahlen jonglieren können, das dürfte Sarah Schröder, die als gelernte Steuerfachangestellte im Bereich der Kämmerei arbeiten wird. Die 22-Jährige stammt aus Zehdenick.

Kommunikation wichtig

Für einen noch sehr jungen Bereich in der Stadtverwaltung, den des Stadtmarketings, Tourismus und der Wirtschaftsförderung konnte überdies ein echter Öffentlichkeits-Profi gewonnen werden: Anne Dörnbrack, 34 Jahre, aus Thüringen stammend. Sie studierte Kunst- und Kulturwissenschaften, war jahrelang in der Filmbranche tätig. Seit Mai dieses Jahres knüpft sie städtische Netzwerke, sorgt für Synergien und fördert den Prozess der Verständigung zwischen Branchen und Interessen, gilt zudem als Ansprechpartnerin für touristische Belange.
In der Kommunikation liegt für den Bürgermeister eine Chance: nicht zuletzt zwischen den Mitarbeitern der drei städtischen Verwaltungsbereiche sowie in den wöchentlich stattfindenden Amtsleiterrunden. Grundsätzlich gesehen sei es da von Vorteil, wenn ein Azubi wie Leon Bonath alle Ressorts im Rathaus über einen gewissen Zeitraum kennenlernen wird.

Die Verwaltung der Wasserstadt


– Die Stadtverwaltung am Markt in Fürstenberg gliedert sich grundsätzlich in drei Bereiche: in das Bauamt, das Hauptamt und die Kämmerei.

– Kommunale Angelegenheiten, Wahlangelegenheiten, EDV und Liegenschaften sind im Hauptamt angesiedelt. Auch der Stadtförster Steffen Nowak ist dem Hauptamt unterstellt.

– Einwohnermeldeamt, Gewerbeamt und nicht zuletzt das Standesamt werden traditionell dem Ordnungsamt zugerechnet. Und wer es suchen sollte: Auch das Fundbüro findet man dort.

– Hoch- und Tiefbau, die Planung von Flächen und Gebäuden, Bauverwaltung, aber auch die Friedhofsverwaltung befinden sich im Bauamt.

– Wenn’s um’s Geld geht, ist man in der Kämmerei richtig, etwa wegen kommunaler Steuern.

– Außerdem gibt es im Rathaus noch die innere und die allgemeine Verwaltung.