Wenig ist überliefert vom Max-Liebermann-Schüler. Das Dritte Reich ließ die Arbeit des Impressionisten verstummen. Atelier und Wohnung in Berlin fielen den Flammen zum Opfer. Dokumente, Briefwechsel - alles verbrannt. Er zog sich aufs Land zurück "Viele Fragen bleiben offen", so Manuela Röhken. Fest steht: Mit seiner Frau, der Bildhauerin Emy Köcke-Potthoff, lebte er bis zu seinem Tod 1962 bei Kraatz. Still und fast heimlich. Ganz für sich. Eine letzte Skulptur seiner Gattin erinnert an das Paar. Das Werk ziert die Grabstelle der Künstler in Kraatz. Einige Bilder des Malers hängen im Granseer Heimatmuseum, etwas wahllos und wenig erhellend drapiert.
Einen wahren Schatz beherbergt Privatsammler Hans-Jürgen Wähner aus Buberow. "Ein Kumpel von mir wohnt im Haus von Köcke-Wichmann", erzählte er. Dieser Freund fand zwei große Mappen mit Bildern. Jürgen Wähner, Sammler vieler Werker regionaler Künstler, schlug zu. "Um die 100 Bilder und Zeichnungen müsste ich jetzt von Max Köcke-Wichmann besitzen." Der 69-Jährige ermöglichte die Ausstellung in der Kunstkate mit seinen Leihgaben erst. Landschaften mit Wasser, ein mit Bleistift gezeichneter Kastanienbaum, Soldaten im Schützengraben, das jüdische Viertel in Amsterdam, Heimatansichten - vielleicht von Kraatz.
Zur Eröffnung der Werkschau las zudem Margot Schröder aus einem plattdeutschen Buch von Reinhard Meyer, das sie illustriert hat. Zu Köcke-Wichmann sagte sie: "Er war ein Protokollant seiner Zeit, ein akademischer Maler. Seine Werke sind Konserven der Zeitgeschichte, jeder muss nur seinen eigenen Dosenöffner mitbringen."