"Kein mit Informationen vollgestopfter Rundgang soll der Besuch dieser Ausstellung sein, sondern eher ein unterhaltsamer und entspannter Spaziergang", betont Dr. Thomas Steller, Kurator der DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement, in seiner Rede. Auch deshalb stehen an den sechs Stationen am Schloss und im Park Bänke, die zum Verweilen und Schauen einladen.
In farbigen Rahmen befinden sich Tafeln, die die Beziehung zwischen Fontane und den Bewohnern des Schlosses lebendig werden lassen. Historische Aufnahmen ergänzen die Texte, ein Blick an der Schrifttafel vorbei führt in die Gegenwart zurück. So erfährt der Besucher, zum Beispiel an Station drei, die sich neben dem Inspektorenhaus befindet, wie die Familie Hertefeld das brachliegende und durch den Dreißigjährigen Krieg entvölkerte Land zum Blühen brachte.
Hier befindet sich der Ursprung zur reichen Kultur des Gutes, die Fontane begeisterte. Die Tafeln der vierten Station thematisieren das Leben auf einem märkischen Landgut zu Fontanes Zeit, während im Hintergrund das Leben 2019 auf der Schlossterrasse bei Kaffee und Kuchen genossen wird. Ganz am Ende des Parks befindet sich Station sechs. Sie erinnert daran, wie sich der Gutsherr Friedrich Leopold von Hertefeld im Herbst 1806 einige Tage im Wald versteckte, während napoleonische Truppen Dorf und Schloss plünderten. Fontane war so beeindruckt, dass er Raub und Geldwert in seinem Bericht über Liebenberg aufzählte. So werden die Auswirkungen und Gefahren eines längst vergangenen Krieges inmitten des blühenden Landschaftsparks lebendig.
Ungefähr 50 Gäste sind zur Eröffnung der Ausstellung gekommen. Maritta Gatzke aus Zehdenick gefallen die farbigen Stelen, die sich modern aber unaufdringlich in die Umgebung einpassen. "Die Texte sind kurz und bündig und die Kombination der historischen Zitate mit einer Zeittafel erspart suchen oder nachschlagen", sagt sie. Auch in "leichter Sprache" sind die Inhalte jeder Station zu lesen, denn Inklusion ist ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit der DKB-Stiftung auf Gut Liebenberg.
Audioangebote sind über QR-Codes abrufbar und unterschiedliche Lesehöhen kommen Besuchern mit Rollstuhl entgegen. "Historische Bildung und regionale Zukunft gehören zusammen", sagt Sonja Erb, die Pressebeauftragte der Stiftung. "Eine breite Öffentlichkeit soll erreicht werden. Deshalb ist die Ausstellung kostenlos und 24 Stunden am Tag im Außenbereich des Schlossen und im Park zu besichtigen." Wanderer, die stehen bleiben, um die Tafeln zu betrachten bestätigen das Konzept.

NachweislichesInteresse


Nachweislich interessierte sich Fontane seit Anfang der 1870er-Jahre für Liebenberg.

Fontane lobte die Leistungen von Jobst Gerhard von Hertefeld bei Ansiedlung von Kolonisten Mitte des 17. Jahrhunderts.