Schon bei der Begrüßung der gut 30 Gäste, darunter auch einige Touristen, brachte der pensionierte Pfarrer seine Freude zum Ausdruck, dass nunmehr wieder Konzerte stattfinden können. Natürlich mit Einschränkungen, wie Dalchow erklärte. Deshalb bat er um Verständnis, dass die Besucher die Abstandregeln beachten und einen Mundschutz tragen sollten.
Doch dann übergab er die Regie an die Protagonisten des Nachmittags. Mit der aus  Berlin stammenden und in Kurtschlag wohnenden Petra Elsner gehörte erstmals eine Autorin zu den Mitwirkenden. Und natürlich hatten die Gitarristen Karin Leo und Thomas Heyn, die im Barnim zu Hause sind, den Weg nach Zernikow gefunden. Letztere sind in dem Ort keinen Unbekannten. Schon mehrfach erfreuten sie mit ihrem Gitarrensplel das Zernikower Publikum.
Obwohl "Märkische Töne" versprochen waren, ging es dann doch Südländisch los. Thomas Heyn kündigte drei Sätze eines italienischen Komponisten an, die zu einem lauwarmen Sommernachmittag passen. Damit hatte er nicht übertrieben. Es waren beschwingte und liebliche Töne, die das im 13. Jahrhundert erbaute Gotteshaus mit dem barocken Kanzelaltar ausfüllten.
Dann gehörte die Aufmerksamkeit Petra Elsner, die im Wechsel mit dem Gitarrenduo Geschichten aus ihren Büchern vortrug. Dabei entführte sie die Zuhörer in die Uckermark. Mal handelte die Geschichte von einem Saxofonisten, der in einem Kirchengarten muszierte, mal von einer Frau Holle, der es an Schnee mangelte und von einem Mann, der mit einem Angelkahn zum Seefahrer wurde. Aufmerksam lauschten die Besucher der Schriftstellerin, die mit ihren Geschichten schon mehrere Bücher gefüllt hat.
Doch auch die Musik kam an dem Nachmittag nicht zu kurz. Und natürlich durfte Wolfgang Amadeus Mozart nicht fehlen: "Das Stück, das wir spielen, hat dieser als Elfjähriger, der noch nicht einmal zur Schule ging, in Paris komponiert", verriet Thomas Heyn den Konzertgästen. Was diese dann zu hören bekamen, war im wahrsten Sinne ein Ohrwurm, klang aber ein wenig nach Heimweh. Von Wien ging die musikalische Reise nach Rheinsberg und Bad Saarow.
Dann war wieder Petra Elsner an der Reihe. Ihre Geschichte handelte von der Heidekrautbahn und einem 63-Jährigen, der, nachdem er seinen Job verloren hatte, seinen Sommersitz in der Uckermark wiederentdeckte. Dort erlebte er allerlei Ungewöhnliches. Er schloss Freundschaft mit einem blauen Vogel, begegnete zwei Hirschkühen und fand mit dem Rezept und dem Backen von Nusskuchen, die er am vorbeiführenden Radweg anbot, eine neue Geschäftsidee.
Nach einer guten Stunde näherte sich das Programm dem Ende. Noch einmal glitten die Finger von Karin Leo und Thomas Heyn über die Saiten ihrer Gitarren. Zum Schluss hatten sie das Lied "The Entertainer" von Scott Joplin  ausgewählt. Damit wollten sie Reinhard  Dalchow trösten, der noch vor der Corona-Pandemie in die USA gereist war und New Orleans besuchen wollte. Doch wegen Corona musste er auf diesen Abstecher verzichten. "Ich hatte Angst, dass man dann nicht mehr wie geplant mit dem Flieger nach Hause kommt", erklärte er. Der Beifall galt dann allen drei Akteuren für den unterhaltsamen Nachmittag.