Wegen der Eigenart des Turmes mit seinen drei Ebenen und den sehr ausdrucksstarken Ziegelsteinwänden werden farbreduzierte Kunstwerke gezeigt, heißt es im aktuellen Newsletter der Regio Nord. Karla Sachse nimmt dabei buchstäblich die gedruckten schwarzen Zeichen in den Blick. Sie breitet den Kriminalroman "Ochsenblut" von Harald Hillebrand aus, der in und um Gransee spielt. Seiten des Buches "Die Säulen der Erde" von Ken Follet umhüllen Aststücke. Zwölf Titel aus der Schwarzen Reihe des Verlags Volk und Welt, die von 1968 bis 1993 ein wenig internationale Literatur in die DDR brachte, hängen "griffbereit" an der Wand. Die Titelseiten zeigen die assoziationsreichen Grafiken von Lothar Reher und die Spuren ihrer Bergung aus Müllcontainern.
Künstler geben Auskunft
Jutta Siebert richtet bei den ausgestellten Arbeiten Ihren Fokus allein auf die Darstellung. Die Flächen und Linien in Abstufungen der Unfarben Schwarz und Weiß das Spiel mit Quantität, Komposition und Kontrast sind die einzige Intension. Sie möchte bei den ausgestellten Arbeiten dem Betrachter keinerlei Hilfe zur Interpretation geben. Uwe Thamm arbeitet mit Fundstücken und verwandelt sie in beziehungsreiche, oft humorvolle Gebilde. Die Windungen eines Nebenarms der Havel, der sich an seinem Garten vorbeischlängelt, sind übersetzt in Stahl. Kleine Metallstücke füllen viele Etagen eines transparenten Hauses und erzählen in jedem Raum von anderen familiären Konstellationen.
Während der Ausstellungsperiode ist an jedem Sonntag von 10 bis 14 Uhr einer der drei Künstler im Tor anwesend. Von Dienstag bis Freitag 10 bis 16 Uhr und am Wochenende von 12 bis 16 Uhr wird der Schlüssel im Museum gegenüber gegen ein Pfand ausgehändigt.