Rund 30 Gäste, darunter ein Filmteam aus Berlin, nutzten die Gelegenheit, der Eröffnung beizuwohnen. Während im großen Kirchenraum die mehrteilige kinetische Skulptur und beiderseits des Altars zwei Fotosequenzen - bestehend aus 16 und 36 verschwommenen Eigenporträts von Alice Bahra - ausgestellt sind, werden in der Winterkirche auf der Empore Bilder von Ingrid Behla gezeigt.
In seiner Laudatio würdigte Thomas Kumlehn das Schaffen der beiden Künstlerinnen, die jede auf ihre Art "beachtenswerte" Werke geschaffen hätten. Alice Bahra wurde 1945 in Landsberg am Lech geboren. Nach einer Töpferlehre, der Meisterausbildung sowie einem Studium auf dem Gebiet der Plastik beschäftigte sie sich mit verschiedenen Kunstformen. Seit 1976 ist Bahra freischaffend und lebt in Potsdam.
Besondere Beachtung fand bei den Gästen am Sonnabend die Installation im Inneren der von 1819 bis 1821 auf Veranlassung des damaligen Gutsbesitzers Ferdinand Thomas von Waldow erbauten Kirche. An Glasfiberstäben hängen Seile, an denen mit Hilfe von Nylonfäden und kleinen Bleikügelchen zahlreiche Bögen gefaltetes Pergamentpapier befestigt sind. Thomas Kumlehn lenkte den Blick der Besucher in die Höhe, in der sich das Papier im Schwebezustand befindet.
Auch auf Ingrid Behlas Schaffen ging der Laudator ein, der sich innerhalb eines Vereines für Künstlernachlässe im Land Brandenburg engagiert. Behla stammte aus Schorbus bei Cottbus. Die Malerin hat nach ihrem frühen Tod 1993 nur wenige Bilder hinterlassen. Bis auf einige Ausnahmen sind es abstrakte Bilder ohne Titel, die erst im Nachhinein einen Namen erhalten haben. Allein die Bezeichnungen sind für den Betrachter eine Hilfe, um sich mit dem Werk auseinanderzusetzen. So zeigen die Bilder einen großen schwarzen Berg, eine Theaterszene, ein fragiles Haus, eine Welle, eine blaue Doppelseite und andere Motive. Doch nicht nur die Bilder und die Installation sorgten bei der Vernissage für Aufsehen. Mit Ma-Lou Bangerter hatte die Vorsitzende des Förderkreises Kultur und Kirche am Weg, Karla Woisnitza, auch eine Berliner Musikerin nach Dannenwalde eingeladen, die auf der Geige die Vernissage musikalisch umrahmte.
Die Ausstellung ist bis zum 9. Oktober täglich - außer montags - von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, eine Spende erwünscht.