"Design" verdenglischt, warum nicht? Mit Humor geht alles besser, vor allem in der Abgeschiedenheit. Unwillkürlich folgt der Wanderer wie magisch angezogen dem Pfeil auf dem Schild. "Die-Sein-Keramik" dürfte eine Idee der Töpferin Susann Cornelius sein.
Alles selbst beigebracht
Wo quasi das Zentrum von Dahmshöhe ist und sich der Weg mehrfach gabelt, parkt ein großer Bollerwagen. Vor der Sonne geschützt unter einem schneeweißen Pavillon. Das historische Gefährt ist sozusagen Schaufenster und Ladentheke der in Dahmshöhe beheimateten Kunstgewerblerin Susann Cornelius.
Teller, Tassen, Seifenschalen, Krüge, verspielte Dekoration, winzige Eulen, große geheimnisvolle Kugeln, viele Farben, manche Schöpfungen wiederum schlicht und funktional – die breite Angebotspalette lädt an diesem stillen und abgeschiedenen Ort zum Stöbern und Träumen ein. Was aber vor allem erstaunt: "Ich habe mir alles selber beigebracht, also das Töpfern, den Umgang mit Ton und die farbliche Gestaltung", betont die junge Frau.
Niemand habe ihr als Mentor zur Seite gestanden? "Ja, ich habe mich bewusst dafür entschieden, alles selber von der Pike auf zu erlernen", erklärt Susann Cornelius und schmunzelt nicht ohne Stolz.
Fingerfertigkeit und ein sicheres Gefühl für kleinste Nuancen sind aber Gaben, die die in Fürstenberg geborene Frau mitbringt: Sie hat Zahntechnikerin gelernt. Aus dem Beruf sei sie vor einigen Jahren wegen der Kinder und der Familie raus. Sie habe sich neu orientiert und begann sich für Keramik zu interessieren. Pate auf dem Weg zu einer versierten Töpferin mit vielfältigen Ausdrucksformen war das Internet. Dort gebe es unendlich viele Hinweise für Anfänger, betont sie.  Und dann sei es wie der berühmte Sprung ins tiefe Wasser gewesen, dem das Erlernen des Schwimmens folgen muss.
Zwangspause gut genutzt
Susann Cornelius erwarb einen Brenn-Ofen, kaufte Ton. Sie probierte immer wieder aus, verwarf, nahm stets neuen Anlauf. "Mit dem Schaffen von kleinen, witzigen Eulen fing alles an", erinnert sie sich. Knifflige Fragen galt es zu beantworten. Zum Beispiel, wie man mit Ton umgehen muss. "Es gibt doch verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Tönungen und Schamott-Anteilen, was sich auf die Brenntemperatur auswirkt", erläutert die Töpferin.
2018 machte sich die Dahmshöherin selbstständig und wagte sich mit Erfolg auf Kunsthandwerkermärkte, vor allem in Mecklenburg. Eine wichtige Adresse sei aber auch der Markt in Thomsdorf (Uckermark), erklärt sie. Ausgestellt habe sie überdies im Glasmuseum Neuglobsow.
Nun hat Corona alles wegbrechen lassen, "gerade als ich so richtig Gas geben wollte", erklärt sie. Klagelieder anstimmen sei aber ihre Sache nicht. Cornelius, die seit 20 Jahren in Dahmshöhe beheimatet ist, zog sich ins stille Kämmerlein zurück und tüftelte unter anderem an einem eigenen Verkaufsportal für das Internet. "Es war eine kreative Zeit in den vergangenen Wochen", merkt sie an.
Kontakt: "Die-Sein-Keramik" heißt die Seite, unter der sie zu erreichen ist: www.die-sein-keramik.de. Oder unter 0173 6960892.

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