Äste stellen Idee in Frage
Die Niederländerin Nicole Bischoff musste ihr Pläne für eine kunstvolle Blüte über den Haufen werfen. Zu viele Äste am Stamm verhindern die Umsetzung ihrer Idee. Wohin jetzt die Reise gehen wird? So genau weiß sie es noch nicht. Die neuen Ideen sollen ihr bei der Arbeit kommen, vielleicht lässt sie sich auch von ihren kreativen Mitstreitern inspirieren.
Jens Kanitz arbeitet aufrecht, während sich seine Künstlerkollegen mehr oder weniger sitzend an ihrem Baumstamm abarbeiten. Der Neuruppiner Künstler will seine Ruppin-Saga vervollständigen. Auch er muss ein wenig umdisponieren. Aus dem Naturmaterial lässt sich auch mit dem allergrößten Geschick kein Pfau mehr formen, drei Figuren sollen nun aus dem Stamm hervor gucken.
Viel Zeit bleibt den sechs Künstlern nicht. Schon am Sonnabend wird es die Vernissage geben. Später sollen die Holzskulpturen in Menz aufgestellt werden. Wo genau, darüber entscheidet der Dorfverein Menz mit. Gudrun Lomas wäre es am liebsten, wenn mehrere Skulpturen zu einer Gruppe zusammengestellt werden und auf dem Dorfplatz ihre Heimat finden würden. Eingeladen zum Kunstsymposium haben der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, die Gemeinde Stechlin, der Kunstverein Zehdenick, der Künstlerhof Roofensee und der Dorfverein Menz sowie das Holzrückeunternehmen Ralf Poltier. Alle Baumstämme stammen aus dem Rheinsberger Forstrevier. Meist handele es sich um Totholz, so Gudrun Lomas.
Kost und Logie im Künstlerhof
Unterkunft haben die Künstler für die Dauer des Symposiums im Künstlerhof Roofensee gefunden, wo Gastgeberin Sabine Dietrich sie versorgt. Viel Zeit zum Ausruhen gibt es allerdings nicht. Gearbeitet wird von 9 Uhr an bis zum Einbruch der Dunkelheit. Nach dem gemeinsamen Abendessen ist dann noch Zeit für den Erfahrungsaustausch, schließlich sind die Künstler schon ziemlich weit herumgekommen. So kann der Schweizer Martin Bill von zwei Kunstsymposien in Sibirien berichten und Kuno Lomas von seinem Aufenthalt in der Mongolei, wo er in den letzten Wochen der DDR hinreiste.
Die Künstler präsentieren ihre Arbeiten zum Ende des Kunstsymposiums in einer Vernissage am Sonnabend, 26. Oktober, ab 16 Uhr in Neuroofen 3 auf der Wiese hinter der Waldschule der Öffentlichkeit. Das Kunstsymposium klingt anschließend im Künstlerhof Roofensee in Menz in gemütlicher Runde aus.

Holzkunstin Menz


Sechs Künstler aus drei Nationen arbeiten sechs Tage lang beim 19. Internationalen Kunstsymposium im Stechlin-Ruppiner Land zusammen.

Beteiligt sind in diesem Jahr neben Gudrun und Kuno Lomas aus Klein-Mutz, Martin Bill aus der Schweiz, Nicole Bischoff aus den Niederlanden sowie Georg Janthur und Jens Kanitz aus Deutschland. red