Auch wenn die Gemeinde das Zepter in der Hand hatte, klinkte sich kein Kurtschlager aus dem Dorffest aus. "Wie üblich hier, machen wir alles zusammen", so Christina Steddin. Die Volkssolidarität hat die Räumlichkeiten geschmückt, der Kulturverein, der Sportverein und die Westernladies gestalteten das Programm, die Feuerwehr sorgte für das leibliche Wohl - und vor allem für Wassernachschub. 300 Milliliter für einen Euro. Sämtliche Kuchenspenden kamen aus dem Dorf. Ein Büchertisch - Ausgaben aus der ehemaligen Bibliothek des Ortes - lud zum Schmökern ein. Die Zehdenicker Musiker von "Märkisch Blech" spielten gegen die Hitze an. Obwohl Kurtschlag schon 266 Jahre auf dem Buckel hat, präsentierte sich der Ort am Sonnabend als frische Einheit. Alle arbeiteten Hand in Hand. Fächelten sich gegenseitig Luft zu.
Höhepunkt war ein kleines Theaterstück. Nicht nur der Hitze wegen auf fünf Minuten reduziert. Das Stück aus der Feder der Kurtschlager Künstlerin Petra Elsner zeigte humorvoll und pointiert, wie die beiden Halbinseln Schmällinge, die den großen Döllnsee verengen, entstanden. Das Sagenspiel "Die Teufelszungen im Döllnsee" wurde erzählt von Sieglinde Imm. Als Schäfer beschließt darin Eckhard Asmuss einen Pakt mit dem Teufel (Johanna Nickel). Seine kluge Frau Ilse (Christina Steddin) weiß den Leibhaftigen, der es nur auf die Seele ihres treuen Gatten abgesehen hat, aber zu überlisten. So kann der Teufel sein Werk, ein großer Damm im See, nicht vollenden - es bleiben nur die beiden Halbinseln übrig.
Mit einem Augenzwinkern erweiterte Petra Elsner die alte Sage und krönt damit die Schorfheide mit einer weiteren mythologischen Note. Die Künstlerin ließ dabei nicht nur die Darsteller agieren. Sie fertigte Puppenköpfe an, die die Akteure auf einem Stab vor sich hertrugen. "Sehr schön", urteilte die Künstlerin nach dem Stück.