Im Gegensatz zu den anderen Parteien, die großflächig Plakate aufstellen oder deren Kandidatenporträts an den Laternen hängen, verzichtet Lorenzen komplett auf eine Plakatwerbung: "Auf die Sprüche kann ich gut verzichten, ebenso wie auf die Vergeudung des Benzins".
Seine Partei stammt aus der ökologischen Bewegung der 80-ger Jahre der Bundesrepublik, aus der unter anderem die Partei Die Grünen und eben die ökologisch demokratische Partei hervorgingen.
Gemeinwohlprinzip
"Das Gemeinwohlprinzip dieser Partei fand und finde ich sehr überzeugend", sagt Lorenzen und stellt heraus, dass seine Partei im Gegensatz zu den anderen keine Spenden annehme oder sich für Parteiveranstaltungen Sponsoren suche. Die Partei sei besonders stark in Bayern vertreten, habe dort das Volksbegehren zur Erhaltung der Artenvielfalt – besser bekannt als "Rettet die Bienen" – mit angestoßen; es gilt als das erfolgreichste Volksbegehren in Bayern und hat mittlerweile nicht nur bundesweit eine große Resonanz gefunden. Seine Partei erreiche viel über Volksbegehren, so beim "aktiven Nichtraucherschutz" oder beim Ausstieg des e.on-Konzerns aus den Verträgen mit dem maroden Atomkraftwerk Temelin in Tschechien. "Wir sind das schlechte Gewissen der Grünen, freuen uns aber, wenn die erfolgreich sind", definiert er die Rolle seiner Partei.
Sollte er gewählt werden, so werde an einem sozial eingestellten Wandel arbeiten. Er sieht sich als Idealist, der das Leben für die Menschen im Kleinen verbessern möchte.
Rundfunkreform
Dazu zählt für ihn die Reformierung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, er will weg von der Gebührenfinanzierung durch Länderhaushalte hin zu einer Grund- und einer Zusatzversorgung durch einen Rundfunkverein. In der Grundversorgung könnte jeder zwei oder drei Radio und Fernsehprogramme empfangen, dazu Nachrichten, Reportagen, auszugsweise Sportberichte.  Die Zusatzversorgung böte mindestens einen Bezahlsender pro Person, eine dauerhafte Mediathek und die Möglichkeit, selbst Beiträge in die Mediathek einzustellen. Für die Ortsdurchfahrt der B 96 in Fürstenberg schlägt Lorenzen eine Transit-Maut vor, das heißt, jeder der durch die Stadt fahren will, zahlt.
Da der Wolf geschützt ist, sieht er darin kein Thema, für die Schäfer müssten Förderprojekte aufgelegt werden. Als "schrecklichen Angriff auf die Menschen" bezeichnete der Patentingenieur das Gasbohren. Es sei absolut unnötig, wegen zwei Prozent mehr Versorgungssicherheit die Umwelt zu schädigen und ein völlig falsches Signal zu setzen, weil man ja gleichzeitig die Förderung fossiler Energien beenden wolle. Als Lösung schlägt er vor, den Klima-Notstand für Brandenburg auszurufen, denn: würden sämtliche Projekte unter Klima-Aspekten betrachtet wäre das Gasbohren gestoppt.

Zur Person


Dr. Dirk Lorenzen wurde 1969 in Eutin in Schleswig-Holstein geboren. Sein Großvater stammt aus Neustrelitz. Lorenzen wuchs in Plön in der Holsteinischen Schweiz  auf, dessen seenreiche Landschaft der seines Wahlkreises so ähnlich ist, dass er sich hier hergezogen fühlte, nachdem er 2009 eine Stelle in Berlin angetreten hatte und er etwas zum Wohlfühlen in Brandenburg suchte. Seit 2010 wohnt er mit seiner Frau und vier schulpflichtigen Kindern im Alter von sechs bis 15 Jahren in Fürstenberg.

Sein Studium der Physik absolvierte Lorenzen in Kiel, Grenoble und Jena. Während seiner Tätigkeit als Entwickler beim Laserhersteller Jenoptik in Jena wurde er berufsbegleitend in Elektrotechnik an der Technischen Universität Berlin promoviert. Seit 2009 arbeitet er als Patentmanager bei der Toll Collect GmbH in Berlin.

Seine Hobbys sind das Kunstturnen sowie das Tanzen mit seiner Frau, Wandern, Gartenarbeit und französische Chansons. Ihm fehlt aber die Zeit dazu. wg