Auf rund zwei Hektar, von der Landesstraße 222 in Richtung Rauschendorf, wachsen die Erdbeeren. Fruchtansätze sind schon zu erkennen. "So ganz passt das Wetter aber noch nicht", sagt Hufmann angesichts von Regen und Bewölkung der vergangenen Tage und blickt mit Spannung auf die nächsten Wochen, für die die Vorhersage das gewünschte Wetter prognostiziert. "Aber man muss auch sagen, das bisherige Wetter war die Rettung für alle anderen Kulturen. Richtig geregnet hatte es davor ja lange nicht." Er hoffe, dass die Früchte in ein bis zwei Wochen erntereif seien. Zum einen sollen Interessierte die Möglichkeit erhalten, die Früchte selbst zu pflücken – eine kleine Hütte der Firma wird dafür am Feldrand errichtet, zum anderen sollen die Früchte auch an den Ständen der Agrar GmbH Sonnenberg verkauft werden. In diesem Jahr entschied man sich dazu, nicht nur am Standort Rauschendorf die Ware anzubieten. Ein knappes Dutzend Stände gibt es nun zusätzlich zwischen Hennigsdorf und Neubrandenburg.
Auf Folie soll verzichtet werden
Nach der Foliendiskussion in Zusammenhang mit dem Spargelanbau habe er sich bei den Erdbeeren bewusst für den Freilandanbau entschieden und nicht den auf Dämmen, obwohl das wirtschaftlicher wäre, betont Hufmann. Auch wurde das Unkraut nur mechanisch entfernt. Das Stroh zwischen den Pflanzen habe den Vorteil, dass nach einem Regen keine Erde an den Erdbeeren haften bleibe, wenn diese durch das Wasser heruntergedrückt werden. Außerdem habe es so das Unkraut schwerer. Ein Blühstreifen säumt zudem das Feld, Phacelien und Sonnenblumen sprießen dort unter anderem. "Ich finde, dass man durchaus konventionellen Anbau mit einigen ökologischen Elementen verbinden kann", so der Landwirt. Eine frühe und eine späte Erdbeersorte wurden angepflanzt, von denen Hufmann hofft, dass sie sechs bis acht Wochen Erträge liefern.
Das Zehnfache des Erdbeerfeldes nimmt in unmittelbarer Nachbarschaft die Fläche des Kürbisfeldes in Anspruch. Diverse Zier- und Speisekürbisssorten wurden dort ausgesät. Ende August, Anfang September sollen die ersten reif sein.
Spargelernte zum Teil beendet
Während die Verantwortlichen nun auf das Reifen der Erdbeeren und Kürbisse warten, neigt sich die Spargelzeit dem Ende entgegen. Noch drei Wochen, dann ist die Saison vorbei. "Erste Flächen haben wir schon vor zwei Wochen aus der Produktion genommen", erläutert Hufmann. Die Trockenheit habe Probleme verursacht. Der Fachmann spricht von einem "früheren Leistungsabfall der Pflanzen optischer Art". Ein Vorteil sei dieses Jahr aber gewesen, dass drei Wochen früher mit dem Stechen begonnen werden konnte. "Der Markt hat sich dann relativ lange gleichmäßig entwickelt, es war nicht so heiß wie im vergangenen Jahr, als es 30 Grad wurde und uns plötzlich – im übertragenden Sinn – alles um die Ohren geflogen ist." Nur die Erntehelfer, die träumen noch heute von 2018. "Die sind gar nicht hinterher gekommen mit der Arbeit", sagt Hufmann. "Jetzt wird teils nur noch bis zum Mittag oder frühen Nachmittag gestochen. Die Leute haben dann mehr Freizeit. Aber sie wollen so viele Kilogramm und Stunden machen, wie es zulässig ist."

Falsche Früchte


Erdbeeren, von denen es etwa 20 Arten und zahlreichen Kultursorten gibt, zählen zu den so genannten Scheinfrüchten.

Im botanischen Sinn sind die Früchte der Erdbeerpflanze nicht die aromatischen roten Gebilde, bei denen es sich um verdickten Blütenböden handelt, sondern die gelblichen Nüsschen auf deren Oberfläche. red