Eigentlich gehört einer solchen Weltneuheit ein anderes Podium: eine richtige Bühne, Live-Musik, Lametta, viele johlende Kinder im Publikum und begeisterte Eltern. Für die „Tollesbuch-Kiste“ hatte sich die Granseer Bibliothekarin Irina Richter so etwas ähnliches ausgedacht. Im Heimatmuseum mit viel Publikum und einer Band sollte die Neuheit ihre Premiere feiern.
Wegen Corona ist alles anders gekommen. Tina Kemnitz, die leidenschaftliche Vermittlerin guter Kinderliteratur mittels echter Bücher, war am Freitag zwar wieder zu Gast bei Irina Richter in der Bibliothek – mit ihrem Kooperationspartner Matthias Hanf diesmal, einem waschechten Erfinder. Aber vor ganz kleinem Publikum ist die Weltneuheit, die „Tollesbuch-Kiste“ vorgestellt wurden, die Matthias Hanf erfunden hat.

Mit der Stimme von Tina Kemnitz

Lukas aus der 5. Klasse der Stadtschule, Zweitklässler Jannis und sein kleiner Bruder Jonathan durften die Kiste ausprobieren. Und sie waren nicht nur ein bisschen stolz darüber, sie hatten auch große Freude daran: Auf sinnliche und unterhaltsame Weise macht die Kiste Lust aufs Lesen. Geeignet ist sie für die Schule, sie kann in Bibliotheken oder Buchhandlungen stehen oder etwa in Kulturhäusern.
Per Knopfdruck erhalten Kinder der 1. bis 6. Klassen Buchempfehlungen, in einem kleinen Fensterchen sitzt eine Puppe an einem Schreibtisch, die ähnlich wie Ernie aus der Muppetshow mit den Kindern ins Gespräch kommt. Schaut man genauer hin, erkennt man Tina Kemnitz. Denn nicht die Kiste selber erzählt Geschichten, sondern eine Sprecherin. Und es sind keine kompletten Geschichten, sondern Auszüge aus einem Buch, denn Tina Kemnitz hat eine Botschaft: Sie möchte beim Zuhörer die Lust am Lesen wecken.
Im Berliner Bezirk Wedding hatten sich die Bücherfreundin und der Erfinder bei einer Ausstellung kennen gelernt und gemeinsam Pläne geschmiedet. Matthias Hanf betreibt ein Ingenieurbüro für Produktentwicklung und war offensichtlich angetan von der Idee mit einer „Tollebuch-Kiste“, das Leseverhalten von Kindern zu fördern.
Bibliothekarin Irina Richter versicherte unterdessen, dass die Veranstaltung, bei der die „Tollesbuch-Kiste“ einem größeren Publikum vorgestellt wird, garantiert nachgeholt wird.