Voraussetzung ist, dass die 56 gewählten Kandidaten ihr Kreistagsmandat annehmen. Bis zum 12. Juni müssen sie ihre Entscheidung dem Kreiswahlleiter Rudi Mießner mitteilen. "Wer sich nicht zurückmeldet, hat automatisch angenommen", erklärt Mießner. Knapp zwei Wochen später, am 24. Juni, kommt der Kreistag dann zu seiner konstituierenden Sitzung in Oranienburg zusammen.
In der 15 Mann starken CDU-Fraktion finden zehn neue Mitglieder ihren Platz, bei der Linken, die sich elf Plätze gesichert hat, sind es sogar sieben neue Fraktionsmitglieder. Zur SPD (15 Sitze) stoßen fünf neue hinzu, weil davon auszugehen ist, dass Landrat Karl-Heinz Schröter sein Mandat nicht annehmen wird. Er gehört qua Amt dem Kreistag an. Am Montag war er für ein Statement nicht erreichbar.
Zwei der vier Grünen-Abgeordneten sind ebenso neu, auch bei der FDP, beim Bürgerbündnis, den BVB/Freien Wählern und der NPD gibt es Veränderungen. Erstmals zieht mit dem Glienicker Thomas Bennühr ein Pirat in den Kreistag ein.
Mit den nun Gewählten verjüngt sich der Kreistag auch um einige Jahre. Besonders dazu bei trägt die Linke, bei der gleich vier Kandidaten in den 1980er-Jahren geboren wurden.
An dem Kräfteverhältnis der großen Parteien hat sich indes ebenso einiges verändert. Die Linke hat zwei Sitze eingebüßt, während die CDU und die SPD gleichstark mit je 15 Sitzen vertreten sind. Die Christdemokraten und die Sozialdemokraten streben danach, die große Koalition, die seit fast 20 Jahren im Kreistag Tradition hat, fortzusetzen. Das kündigen CDU-Kreisvorsitzender Frank Bommert am Montag an sowie SPD-Geschäftsführer Karsten Peter Schröder.
Allerdings könnten die Verhandlungswünsche auf Widerspruch stoßen. Denn im Vorfeld der Wahl hatte der Wahlkampf-Alleingang des CDU-Mitglieds Michael Ney zum Thema Asylpolitik den SPD-Abgeordneten Dirk Blettermann dazu gebracht, eine Koalition mit einer CDU-Fraktion einschließlich Michael Ney auszuschließen. Ney erhielt bei der Wahl 2212 Stimmen und damit die viertmeisten Stimmen nach Matthias Rink, Werner Mundt und Dr. Wolfgang Krüger. Frank Bommert versichert weiterhin, dass Ney keine tragende Rolle bei den Verhandlungen der CDU- und der SPD-Fraktion spielen wird. Er habe erst kürzlich mit Blettermann gesprochen, der ihm wohlwollend begegnet sei, sagt Bommert.
Tatsächlich gibt es in der SPD Stimmen, die nach Neys Äußerungen zu den Linken als Koalitionspartner schielen, wie Karsten Peter Schröder am Montag bestätigt. Allerdings glaubt er nicht, dass sich unter den künftigen Fraktionsmitgliedern eine Mehrheit für diese Option findet.