Das war vor allem dem großen Interesse der Einwohner geschuldet, die sich in der Einwohnerfragestunde mehrfach und fast ausschließlich zu diesem Thema zu Wort meldeten. Konkret ging es um die Stege zwischen Dollgow und Menz.
Der Menzer Ortsbeirat hatte beantragt, das Projekt "Stege" zu präzisieren. Dabei wurde besonderes Augenmerk auf den Verzicht einer Versiegelung des Verbindungsweges gelegt. Hieß es bislang im Konzept, dass für die Anlage der Stege als Geh- und Radweg mit zirka drei Meter Breite ein Konzept sowie eine Kostenschätzung erarbeitet werden sollen, stand nun zur Debatte, festzulegen, "die Stege schnellstmöglich als Wander- und Radweg ohne Versiegelung fertig zu stellen".
Naturschutzbedenken
Viele Einwohner machten ihre Bedenken geltend, entweder weil sie generell gegen eine Reaktivierung der alten Ortsverbindung waren oder sie den Verzicht auf eine Versiegelung unterstützten. Eine Frau bezeichnete die Erschließung der Stege als "Quatsch", wo doch die parallel verlaufene Neuruppiner Straße in verheerendem Zustand sei und ihrerseits mehr Pflege verdient hätte. Ein Stechliner wies darauf hin, dass die Stege in ihre Naturbelassenheit unbedingt erhaltenswert sei. Man dürfe nicht zulassen, dass eine Rennstrecke daraus werde. Horst Brumm vom nahe gelegenen Buddhistischen Institut sprach sich auch gegen eine Versiegelung aus. Der Naturschutz sei unbedingt zu berücksichtigen.
Man befinde sich bereits in enger Abstimmung mit dem Naturpark, sagte die für Liegenschaften zuständige Amtsmitarbeiterin Britta Franzen. Auch habe man sich grundbuchrechtlich um das Wegerecht auf einer Privatfläche gekümmert, da auf Menzer Seite die alte Stege teils zugewachsen  und nicht eins zu eins wiederherstellbar ist.
"Jedes Detail des Konzeptes bedarf noch einmal eines Beschlusses", stellte Fachbereichsleiter Wolfgang Schwericke von der Granseer Amtsverwaltung klar. Im Konzept sei nur die Grundaussage fixiert worden, dass die Stege durchgängig befahrbar gemacht werden soll. "In welcher Form und Qualität, das sind Details, die kann man ohne den Beschluss heute angehen. Die Diskussion wird wieder kommen, egal wie sie sich entscheiden."
Kritik aus einer ganz anderen Richtung kam aus Dollgow. Ortsvorsteher und Gemeindevertreter Egon Brehe (WG Heimatverein/ Dollgower Bürger) bemängelte den im Raum stehenden Verzicht auf eine Versiegelung: "So ein Weg hat nun einmal eine Funktion. Man kann nicht sagen, wir verzichten darauf, weil es da und da auch einen Weg gibt." Mit letzteren Worten meinte er die Neuruppiner und Lindower Straße, zwischen denen die Stege liegt. In Dollgow gebe es landwirtschaftliche Betriebe mit großen Maschinen. Diese bräuchten eigentlich festen Untergrund. Er unterstütze einen Beschluss, nicht alles zu versiegeln. Aber der neue Text spreche von gar keiner Versiegelung. Das gehe nicht, wolle man den Weg sinnvoll nutzen können. Brehe stellte den Antrag, den Beschluss zurückzustellen. Die Frage, welche Abschnitte wie befestigt werden könnten, sei in einem Konzept zu klären.
Der Menzer Reimund Ahlheit warnte indes vor einer durchgängigen Befestigung. Dies würde zu vermehrtem Autoverkehr führen. Den zur Diskussion stehenden Antrag wolle er aufrecht erhalten. Bis auf ihn stimmten alle Gemeindevertreter für ein Zurückstellen des Beschlusses.

Die alte Ortsverbindung


Zwischen Neuruppiner und Lindower Straße gelegen, ist die Stege heute nicht mehr durchgängig befahrbar.

Auf Menzer Seite wurde im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme der Bahn eine Hecke auf der Stege gepflanzt.

Auf Dollgower Seite  wird die Stege noch genutzt, hauptsächlich von Landwirten, die zu ihren Flächen gelangen wollen.

Auf die alte Verbindung wird nicht explizit hingewiesen, aber auch nicht darauf, dass sie eine Sackgasse ist. mhe