Es ist eine unendliche Geschichte. Während der jüngsten Sitzung des Stadtrates in Fürstenberg Ende August erfuhr sie eine Fortsetzung: die Diskussion um eine vor allem für Bürger kostengünstige Entsorgung des öffentlichen Laubes, aber auch jener Blätter, die im Herbst von privaten Bäumen auf private Grundstücke fallen, oftmals aber illegal entsorgt werden.
Anlass war ein Antrag der AfD-Fraktion, die Kommune möge sogenannte Big Packs anschaffen, also große Säcke mit einem Fassungsvermögen von 1000 Litern, die dann im Herbst an ausgewählten Stellen, Masten oder Bäumen am Straßenrand nach dem Vorbild von Gransee zu befestigen seien, damit Bürger dort Laub hineingeben könnten. Und zwar im Sinne der Entsorgung des Laubes der öffentlichen Bäume. „Gransee hat es vorgemacht und gezeigt, es funktioniert“, erklärte Norman Kleßny von der AfD.
Ein Fortschritt seien zwar die neuen Bio-Tonnen, die der Landkreis abholt. Aber es gehe um eine große Menge Laub, das dort hineinzustopfen wäre, das wäre unterm Strich viel zu aufwendig. Ziel sei es, im Sinne der Umwelt das illegale Entsorgen in Wäldern zu vermeiden, erläuterte der AfD-Stadtverordnete.

Keine Kompostieranlage vorhanden

Philipp Berg (Fraktion Vielfalt) spann den Faden weiter: „Aber wie soll es mit der weiteren Entsorgung laufen?“ Der Leiter des Bauhofes, Dr. Ralf Lunkenheimer klärte darüber auf, dass die Kommune über eine sogenannte Laubzwischenlagerstätte verfügt, aber über keine Kompostieranlage. Ein bis zwei Jahre könnte das Laub dort gelagert werden, damit sich das Volumen der Laubmengen durch natürliche Zersetzung verringert. „Aber wir haben inzwischen die Kapazität der Anlage ausgeschöpft, zusätzliche Kapazitäten haben wir nicht“, erklärte Lunkenheimer. Die großen Laub-Packs wären keine Alternative, es mangele an der Technik, die gefüllten Behälter zu bewegen. Man benötigte einen Lkw mit Seitenladekran und große Container. Kosten in Höhe von rund 200 000 Euro könnten anfallen.

Illegale Entsorgung gab und gäbe

Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) betonte, die Kosten für die Laubentsorgung müssten kommunalrechtlich gesehen auf die Bürger umgelegt werden. Überdies müsste der Bedarf in den Ortsteilen berücksichtigt werden.
Thomas Burmann von der CDU war die Verärgerung anzumerken. Seit vielen Jahren spreche man schon über Laubentsorgung und eine öffentliche Kompostieranlage, ohne dass sich etwas bewegt.
„Das ist doch einfach nur beschämend“, klagte Burmann. Clemens Hinkeldey von der AfD pflichtete ihm bei. Burmann betonte, er könne sich einfach nicht vorstellen, dass Gransee über die notwendige Technik für das Nutzen großer Laubsäcke verfügt, Fürstenberg aber dies nicht schaffe. Außerdem besitze doch die Wasserstadt an allen Ecken und Enden Konversionsflächen, die praktisch ungenutzt und ohne Zukunft seien. Viele Bürger entledigten sich dort bereits all ihren Unrats.
Andreas Intress (für die Linke) gab zu bedenken, dass die großen Laubsäcke sicher für Touristen ein unschöner Anblick wären. Ebenso wie das lautstarke Laubsaugen, das nervtötend sein kann.
Die AfD-Fraktion zog den Antrag zurück, weil die Stadtverwaltung einwilligte, sich in Gransee über die Gepflogenheiten, das kommunale Laub zu entsorgen, informieren zu wollen. Weil aber viele Fragen noch unbeantwortet, beziehungsweise das Problem nicht geklärt ist, dürfte die unendliche Geschichte eine Fortsetzung bekommen. Etwa bei den bevorstehenden Beratungen zum Etat 2021 der Wasserstadt.