Das Dorf Zootzen, Ortsteil der Wasserstadt, treibt seit wenigen Tagen nicht mehr führungslos durch diese unruhigen Zeiten: Bernd Bielefeldt ist von den Stadtverordneten zum neuen Ortsvorsteher gewählt worden. In geheimer Wahl musste er nur drei Gegenstimmen hinnehmen, 14 Befürworter unterstützten den 57-Jährigen.
Bielefeldt dürfte wichtige Eigenschaften für das Amt mitbringen: Stress-Resistenz, aber auch Einfühlungsvermögen. Denn er arbeitet nach eigenem Bekunden als Behindertenbetreuer. Der gebürtige Fürstenberger erklärte denn auch freimütig, von den Stadtverordneten auf seine Vorstellungen und Ziele angesprochen, „es gibt bei uns schon so einige Baustellen“. Vor allem aber gehe es ihm um die Straßen, die teils in einem schlechten Zustand seien und überwiegend von den Holz-Lastern kaputtgefahren werden. Wer behauptet, das seien die Traktoren der Bauern, der liege völlig falsch.

Bielefeldt ist bei keiner Partei

Auch das Gebäude des ehemaligen Konsums befinde sich in einem außerordentlich schlechten Zustand. Da müsste etwas geschehen.
Notwendig geworden war die Wahl, weil Andreas Wörpel, der langjährige Bürgermeister und frühere Ortsvorsteher, das Dorf verlassen und seinen Lebensmittelpunkt an einem anderen Ort gefunden hat. Wie die Hauptamtsleiterin und Wahlleiterin, Caroa Hoheisel, erklärte, habe dieser Umstand dazu geführt, dass aus kommunalrechtlichen Gründen ein Nachfolger bestimmt werden musste. Falls es dazu nicht gekommen wäre, weil sich kein Kandidat gefunden hätte, wäre das Parlament gleichsam zum Ortsvorsteher erklärt worden.
Vorgänger Wörpel und Bernd Bielefeldt haben eins gemeinsam: Sie gehören keiner Partei oder Wählerinitiative an. Unabhängigkeit schätzen sie offensichtlich hoch ein.