Zu einer musikalischen Reise von den 1920er- bis 1960er-Jahren lud Bokemeyer die Gäste ein, wobei er sein Publikum bewusst in die Moderationen und Überleitungen einbezog. So war der blaue Hut beispielsweise eine Hinterlassenschaft von Gisela, und siehe da, eine Gisela saß tatsächlich am Tisch. Ihr widmete er dann das Lied "Hallo, kleines Fräulein". Und, weil es später so schön passte, noch den Walzer "Ich tanze mit dir in den Himmel hinein", da Gisela gerade das Parkett überquerte, als er die ersten Töne anstimmte.
Ob mit "Veronika, der Lenz ist da" von den Comedian Harmonists, Zarah Leanders Klassiker "Nur nicht aus Liebe weinen", Hans Albers Hymne an die Seefahrt "La Paloma" und Rudi Schurickes "Capri-Fischern", Bokemeyer forderte die Gäste zum Mitsingen auf, und alle stimmten fröhlich schunkelnd mit ein. Genau so war es geplant, so sollte es sein. Selbst wenn nicht jeder Ton stimmte, die gemütliche Runde hatte ihren Spaß und quittierte den gut einstündigen Auftritt des Berliner Künstlers mit einen lang anhaltenden Applaus.
Der blieb den danach auftretenden Sängerinnen des Teschendorfer Chores ebenso wenig verwehrt. Es war ein gelungener Nachmittag, der einmal mehr belegte, dass Fröhlichkeit und Spaß nicht allein der Jugend vorbehalten ist.
Einziges Manko: Es fehlt durchaus an jüngeren Mitgliedern, die das Durchschnittsalter der Nassenheider Ortsgruppe senken. Denn von sportlicher Betätigung bis zum Kartenspiel und gemeinsamen Ausflügen wird dort viel angeboten.