Dennoch will Sommer den Ausflug nach Liebenberg nicht als Ausweitung des Programms verstanden wissen: "Wir sind und bleiben ein Literaturevent in der Himmelpforter Mühle. Liebenberg wird ein hoffentlich wunderschönes Gastspiel sein. Es ist aber eben nicht der Beginn einer Tournee", so die klare Ansage.
Eigene Wanderungen
Im Frühjahr hatten die Liebenberger angefragt, ob man nicht einen Teil des Literaturprogramms während des alljährlichen Musikfests auf Schloss Liebenberg übernehmen wolle, so Sommer. Da hatte gerade Cornelius Pollmer auf dem roten Sofa in der Mühle Himmelpfort gesessen und von seinen Wanderungen erzählt, die er auf den Spuren von Fontane durch die Mark Brandenburg unternommen hatte. Pollmer ist Korrespondent der Süddeutschen Zeitung für Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Der junge Journalist hatte seine Zuhörer mit seiner unprätentiösen Art begeistert. Er ist nun auch auf Schloss Liebenberg wieder dabei. Dort liest er aus seinem Buch "Heut ist irgendwie ein komischer Tag. Meine Wanderungen durch die Mark Brandenburg”.
Rolf Hochhuth zu Gast
Der zweite Akteur auf dem Sofa ist ein Grandseigneur der deutschen Literatur, der Dramatiker Rolf Hochhuth. Der 88-Jährige liest aus seinem Buch "Effis Nacht”, ein Monolog der echten Effi, Elisabeth von Plotho, den Hochhuth 1996 für die Schauspielerin Marianne Hoppe geschrieben hat. Die 1853 in Zerben (Sachsen-Anhalt) geborene Adlige war das Vorbild für Fontanes Effi Briest. Sie überlebte fünf Kriege und starb 1952 mit 99 Jahren in Lindau am Bodensee. Beide Lesungen werden von einem Gespräch umrahmt, das Arno Sommer mit den Autoren führt.
Die Veranstaltungen auf Schloss und Gut Liebenberg finden am Sonntag, 25. August, statt. Rolf Hochhuth setzt sich um 15.30 Uhr aufs Sofa, Cornelius Pollmer wird um 17 Uhr Platz nehmen. Der Eintritt ist frei.