Der Seniorenverein „Alter aktiv“ in Fürstenberg hat am Montagnachmittag die Weichen neu gestellt. Damit der gemeinsame Vereins-Zug nicht aufs Abstellgleis geschoben werden muss, hatte sich nach der Erkrankung des Dauer-Vorsitzenden Detlef Zitzmann und im Rahmen der Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin eine tatkräftige Fürstenbergerin bereit erklärt, für den Vorsitz zu kandidieren, Christine Pensky-Heymann.
Sie möchte die Fürstenberger Seniorenarbeit am Leben erhalten: Christine Pensky-Heymann.
Sie möchte die Fürstenberger Seniorenarbeit am Leben erhalten: Christine Pensky-Heymann.
© Foto: Thomas Pilz

50 Vereinsmitglieder haben abgestimmt

Die Erleichterung war bei den rund 75 Mitgliedern des Vereins so groß, dass die Veranstaltung am Montag an der traditionsreichen Stätte des Restaurants Alte Bornmühle sich in ein geselliges und fröhliches, vor allem harmonisches Klassentreffen verwandelte – wenn auch wegen Corona lediglich 50 Personen teilnehmen konnten.
Formsache war die Wahl von Christine Pensky-Heymann ohnehin nur noch, so schien es. Und auch die Mitglieder des alten Vorstands hatten unmissverständlich signalisiert, unter den neuen Vorzeichen weiterarbeiten zu wollen.

Corona erfordert Geduld

Doch bevor die Formalitäten abgehandelt wurden, ergriff Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) das Wort. Vor dem Hintergrund der Pandemie würden sich auch die Mitglieder des Vereins „Alter aktiv“ nur noch selten begegnen können, merkte er an. Dieser missliche Umstand beschäftige auch viele Mitglieder, weil aber der Herbst vor der Tür steht und womöglich wieder mit steigenden Infektionszahlen zu rechnen sei, bedürfe es weiter „Ruhe und Gelassenheit“ diese Zeit zu überstehen.

Hochachtung für Detlef Zitzmann

Erfreulich sei, dass es gelang, eine Person zu finden, „die ihren Hut in den Ring wirft und sagt, ich werde den Vorsitz übernehmen“, erklärte der Bürgermeister. Hochachtung zolle er für diese Entscheidung von Christine Pensky-Heymann, ebenso vor der Leistung von Detlef Zitzmann, dem scheidenden Vereinschef. „Der hat eigentlich die vergangenen Jahre eine Zeit des Unruhestands durchlebt im positiven Sinne“, nicht zuletzt damit die anderen Ruheständler in dem Verein, die sich eher zurückhaltend und passiv verhalten, die Vorzüge der Vereinsmitgliedschaft genießen können. Es freue ihn riesig, so Robert Philipp, dass mit Frau Pensky-Heymann sich jemand fand, der sagte: „ich lasse den Verein nicht aussterben“. Ebenso sei es beachtlich, dass die Vorstandsmitglieder erklärten, sie wollten weiter arbeiten.

Es geht um die Zukunft des Seniorenvereins

Die künftige Chefin betonte vor ihrer Wahl in einer kurzen Stellungnahme, ihre Entscheidung für den Vorsitz sei dem Umstand geschuldet, vor einigen Jahren schon einmal das Sterben eines schönen Projektes miterlebt zu haben, dem des „Fürstenberger Almanachs“. In der kleinen Redaktion dieser jährlichen Publikation wirkten damals aber nur vier Leute mit, „jetzt geht es um die Zukunft von mehr als 70 Vereinsmitgliedern“, erläuterte Pensky-Heymann ihre Entscheidung.„Ich konnte einfach nicht anders“, fügte sie hinzu und spontaner Applaus brandete auf.

Fürstenberg als ein Ort der Ruhe

74 Jahre alt sei sie, und sie wolle, so lange es ihr gegeben sei, den Vorsitz innehaben. 2005 sei sie mit ihrem Mann nach Fürstenberg gekommen. Oft zu Besuch war bei ihnen seinerzeit die Familie mit den Kindern, als aber dann die Lütten groß geworden waren, strebte das Ehepaar Pensky-Heymann an einen anderen Ort. Zur Ostsee nach Wismar zog es sie. „Wir unternahmen seinerzeit schon immer viele Reisen.“ Doch dann der jähe Einschnitt, ihr Mann erkrankte und verstarb. „Und mich zog es nach zwei Jahren wieder nach Fürstenberg zurück.“ Auch wegen der ruhigen und schönen Umgebung, „in Wismar tobt touristisch absolut der Bär“, schmunzelte Christine Pensky-Heymann. Ihr großes Ziel sei es, falls sie gewählt werde, jüngere Mitglieder zu werben, die frischen Wind ins Vereinsleben bringen. „Ich verstehe darunter so Leute ab 55, aber ehrlich mal, alt sind sowieso immer die anderen, nicht man selbst“, merkte sie an und erntete heitere Zustimmung.

Applaus nach Wahlergebnis

Zur Wahlleiterin wurde Brigitte Witetschek berufen, die wenig Federlesen machte. Zumal es keinerlei Diskussionsbedarf gab wurde in offener Abstimmung das juristisch notwendige Prozedere vollzogen. Das Wahlergebnis war Anlass für tosenden Applaus. Christine Pensky-Heymann setzte dem noch einen drauf: Sie schlug für Detlef Zitzmann eine Ehrenmitgliedschaft vor, die er unter Beifall und nicht ohne Stolz annahm.

Eine neue Chefin und der alte Vorstand


– Einstimmig ist Christine Pensky-Heymann zur neuen Vorsitzenden des Vereins „Alter aktiv“ gewählt worden.

– Ihre Stellvertreterin ist jene Frau, die auch schon Detlef Zitzmann zur Seite stand: Andrea Mielke.

– Ebenso einstimmig wie die Wahl von Mielke wurde jene von Helga Eisermann, die ebenfalls seit Vereinsgründung die Hüterin des Geldes ist und dies auch künftig bleibt.

– Zur Schriftführerin wurde wieder Marlis Ihden gewählt.

– Die Beisitzer bleiben: Inge Bahmann, Christa Hofmann, Helga Telschow und Inge Kirscht.

– Kassenprüfer bleiben nach dem Willen aller Mitglieder sowohl Brigitte Pless als auch Ingo Jahnke.

– Als Vertreterinnen für den Fürstenberger Seniorenbeirat wurden Marlis Ihden und Annerose van Dahl gewählt.