"Hans- Jürgen stand über 40 Jahre für unseren Verein ein, opferte sich auf und war bis zuletzt mit Herzblut dabei", heißt es in der Mitteilung des SV Eintracht. Der Verstorbene sei "ein Teil des steilen Aufstiegs des Granseer Fußballs" gewesen. Auch nach dem sportlichen Absturz des Clubs wäre seine Leidenschaft ungebrochen gewesen.
"Es war traurig für ihn, dass es mit der Eintracht immer weiter abwärts ging", berichtet Bernd Trojanowski, ehemaliger Vorsitzender des Fußballkreises Oberhavel. Dennoch habe sich Wassel ("Die Nachricht von seinem Tod ist ein Schock") auch in der jüngeren Vergangenheit für seinen Verein, dem er seit gut sechs Jahrzehnten treu war, eingesetzt. Zuletzt fungierte der frühere Polizist, der den Verein von 1995 bis 2000 als Vorsitzender leitete und später Fußball-Abteilungsleiter war, als Ehrenamtsbeauftragter. "Für mich ist er immer ,Mr. Eintracht Gransee’ gewesen. Ohne ihn wäre vieles nicht gelaufen. Hans-Jürgen war ein objektiver Funktionär und hatte seine Hand überall im Spiel, da er gute Kontakte hatte."
Auch Thomas Klapötke, der mit der Eintracht nach dem Double aus Meisterschaft und Pokal im Jahr 2007 als Spieler die großen Zeiten in der Landesklasse miterlebte, würdigte das Lebenswerk des Granseers. "Ich werde ihn als guten Menschen in Erinnerung behalten. Wenn es ihn nicht gegeben hätte, würde es den Verein schon lange nicht mehr geben." Wassel habe immer ein offenes Ohr gehabt. "Man konnte mit jedem Problem zu ihm kommen. Und wenn er mal etwas nicht wusste, hat er sich Rat geholt."
Für seine Verdienste um den Fußballsport in der Region wurde Hans-Jürgen Wassel, der zu seiner aktiven Zeit mit Aufbau Gransee in der Saison 1982/83 Kreismeister wurde und in die Bezirksklasse aufstieg, unter anderem mit der Ehrennadel des Fußballkreises in Gold ausgezeichnet. "Er war aufrichtig interessiert. Interessiert am Fußball und auch an den Menschen, die ihn spielten oder für ihn standen", heißt es in der Mitteilung seiner Eintracht. "Wir werden dich, deine Offenheit, deine Liebe zum Spiel und eben auch zu unserem Verein nicht vergessen."
Einen Namen machte sich Wassel nicht nur in der Fußballszene. Unverzichtbar war er über Jahre auch als Gründungsmitglied im Förderverein Schulsport. "Die Jugendarbeit in der Region hat er aktiv unterstützt", bemerkt Axel Klicks. Der ehemalige Vereinschef des Löwenberger SV sagt: "Er war jemand, der viel erlebte und viel zu erzählen hatte. Hans-Jürgen war immer ein geselliger Mensch, der sich intensiv und gut mit eingebracht hat. Für Projekte war er ein echter Türöffner, der Ideen mitnahm und umsetzte." Dabei sei er durchaus kritisch gewesen. "Wenn ihm was aufgefallen ist, hat er es gesagt."
Bei den Hallenevents der Eintracht und den Veranstaltungen von "Jugend trainiert für Olympia" fungierte Hans-Jürgen Wassel als Moderator. "Es ist ein großer Verlust, dass wir seine Stimme verlieren. Sie war sehr präsent und hat den Wettbewerben ein Gesicht gegeben", betont Schulsportberater Uwe Peter. "Hans-Jürgen hat es mit seinem Geschick und einem unwahrscheinlich großen Sachverstand verstanden, unsere Veranstaltungen zu führen. Er hat einen großen Anteil daran, dass wir zielführend dort angekommen sind, wo wir uns jetzt befinden."
In Erinnerung bleibt der sympathische Granseer auch den Spielern und Funktionären des SV Lindow-Gransee. Bei den Heimspielen des Volleyball-Zweitligisten war er über Jahre Stammgast – weil er auch mal sehen wolle, wenn eine Granseer Mannschaft gewinnt, scherzte er. "Egal, ob die kleinen Nadelstiche nach Niederlagen oder deine Begeisterung nach Siegen: Wir werden dich vermissen", betont die Eintracht-Führungsriege.