Bereits am vergangenen Donnerstag ist Henny Steinke gestorben. Die gebürtige Altthymenerin wurde 84 Jahre alt. Vor allem während der Zeit ihres Ruhestands, den sie mit ihrem Mann Horst im eigenen Häuschen in Fürstenbergs ruhiger Bornmühlensiedlung verbringen konnte, widmete sich Henny Steinke ausgiebig und mit großer Konsequenz der Geschichte ihres Heimatdorfes Altthymen. Sorgfältig recherchierte sie in älteren Schriftstücken, analysierte Chroniken und befragte Zeitgenossen. Vielleicht auch, weil Henny Steinke als Kindergärtnerin in Altthymen viele Jahre mithalf, dem Ort eine Perspektive zu geben, fühlte sie sich ihrer Heimat so verbunden. Vielleicht auch wegen deren unvergleichlicher Idylle.

Vier Kinder groß gezogen

1951 war die damals 14-Jährige Henny Steinke konfirmiert worden. Anschließend besuchte sie für drei Jahre die Berufsschule in Fürstenberg. 1956 lernten sich Henny und Horst in der Kulturgruppe des Ortes beim Volkstanz kennen. Es funkte nachhaltig bei der 20-jährigen und dem 19-jährigen Flüchtlingsjungen aus Ostpreußen, der in Neuthymen eine Bleibe gefunden hatte. In der Fürstenberger Stadtkirche ließen sich die angehende Kindergärtnerin und der künftige Landmaschinenschlosser alsbald trauen. Kurze Zeit später erblickte die älteste Tochter das Licht der Welt. Drei weitere Kinder folgten. Am Institut für Lehrerbildung Templin machte Henny Steinke ihr Examen für den Erzieherberuf. Nach ihrer Pensionierung veröffentlichte die Geschichts-Interessierte viele heimatkundliche Beiträge in der Gransee-Zeitung.
Altthymens Ortsvorsteher Manfred Saborowski zeigte sich am Montag betroffen. Die Nachricht stimme ihn sehr traurig. Mitgefühl und Anteilnahme gelten nun den Hinterbliebenen. „Henny Steinke war eine außerordentlich freundliche und wissbegierige Person“, betonte der Ortsvorsteher. Man werde sie stets in herzlicher und freundlicher Erinnerung behalten.