Ständig steigen die Immobilien- und Grundstückspreise, das bekommen auch Naturschützer zu spüren – zumal wenn sie, wie der Naturpark Uckermärkische Seen, Flächen erwerben möchten, um langfristig angelegte Projekte für den Schutz heimischer Flora und Fauna zu verwirklichen.
Der „warme Regen“, der in Annenwalde am Donnerstag unmittelbar im Umfeld der Glashütte niederging, dürfte den Akteuren des Naturparks daher gerade recht gekommen sein. Die Energie Mark Brandenburg (EMB) hat wieder viel Geld für den Naturschutz gespendet. EMB-Geschäftsführer Dr. Jens Horn überreichte einen Scheck über 15.500 Euro an Roland Resch und Christoph Heinrich, die beide dem Vorstand des Fördervereins des Naturparks angehören, der den Namen trägt „Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft“.

EMB Natur als Spendentopf

Jochen-Christian Wagner von der Pressestelle der EMB merkte dazu an: „Die EMB und viele ihrer Kunden unterstützen durch ihren Beitrag, der über das Preisangebot ,EMB Natur’ gesammelt wird, Flächenankäufe im Bereich des Ragöser Bachtals und des Großen Beutelsees sowie ein Schutzprojekt für die sehr seltene Sumpfschildkröte.“
Und so funktioniert es mit dem Preisangebot, das im Übrigen vor fast 20 Jahren, nämlich 2001, von der damaligen Erdgas Mark Brandenburg eingeführt wurde: Kunden zahlen, sofern sie wünschen, einen Aufschlag von lediglich einem Euro pro Monat (!) auf ihre Erdgasrechnung. Den eingenommenen Betrag verdoppelt das Unternehmen und rundet die Summe gegebenenfalls sogar auf.
Seit dem Start der Aktion sind mehr als 200.000 Euro zusammengekommen. Wobei das Geld nicht allein den Projekten des Naturparks Uckermärkische Seen zugute kommt. Jährlich wechseln sich die Naturparke Nuthe-Nieplitz und Uckermärkische Seen bei der Spendenpartnerschaft mit der EMB ab.

Spürbarer Win-Win-Effekt

Unternehmens-Geschäftsführer Jens Horn freute sich bei der Gelegenheit, dass der „Naturschutz vor der Haustür“, wie ihn der Energieversorger praktiziere, offensichtlich ankommt: „Die diesjährige Summe von 15.500 Euro ist die zweithöchste Summe seit Einführung unseres Angebotes“, sagte er. Auf diese Weise wolle man als Unternehmen gerne etwas der Gesellschaft zurückgeben, damit wichtige Naturlandschaften wieder hergestellt werden können. „Für alle Beteiligten ist das eine echte Win-Win-Situation“, betonte Jens Horn.
Doch was wird im Einzelnen mit dem Geld angefangen? Roland Resch war wie stets um keine Antwort verlegen: Feuchtgebiete sollen geschaffen werden, was vor dem Hintergrund der seit Jahren beklagten Trockenheit von großer Bedeutung sei. „Wir erwerben mit dem Spendengeld Flächen von Privat, weil solch eine pure Naturschutz-Tätigkeit für diese Eigentümer oftmals wirtschaftlich unattraktiv ist“, erklärte er. 3,3 Hektar werden im Bereich des Ragöser Bachtals und des Großen Beutelsees erworben. Vor allem aber soll ein Schutzprojekt realisiert werden, das der sehr seltenen „Europäischen Sumpfschildkröte“ zugute kommt (siehe Infokasten).
Nicht von ungefähr: Der Förderverein, in dessen Vorstand Roland Resch und Christoph Heinrich (beschäftigt beim World Wide Fund for Nature) engagiert sind, ist außerdem Partner des vom sogenannten Agena Verein ins Leben gerufenen Projektes „Die Schildkröte der Moore kehrt zurück“. Es gehe dabei nicht allein um die Sicherung des knappen Bestandes, betont der Naturschützer. Man bemühe sich auch um die Wiederansiedlung der in Deutschland akut vom Aussterben bedrohten Art. Und zwar nicht irgendwo. In der Tangersdorfer Heide kommen dafür Biotope in Betracht.
Anika Niebrügge, Sprecherin der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, freute sich ebenfalls über die zuverlässige Spende der EMB: „Das Engagement der EMB und ihrer Kunden ermöglicht es uns nicht nur, wertvolle Flächen dauerhaft für die Natur zu sichern, sondern auch die Tierwelt besser zu schützen und mit Umweltbildung Akzeptanz zu fördern.“
Spezielle Flächen in der Uckermark wie der Ragöser Bach, Beutel und Tangersdorf wurden bereits 2006, 2008, 2014 und 2018 dank der EMB mit Förderung bedacht. Zuletzt erfolgte ein Flächenankauf am Ostufer des Großen Beutelsees.

Sumpfschildkröte vom Aussterben bedroht


– Die Europäische Sumpfschildkröte ist eine kleine bis mittelgroße, fleischfressende und überwiegend im Wasser lebende Schildkröte.

– Sie erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Rückenpanzerlänge von weniger als zwölf Zentimetern beziehungsweise mehr als 20 Zentimetern.

– Die wenigen Populationen, die es in Deutschland noch gibt, finden sich überwiegend in Ostdeutschland, so im Gebiet des Stechlinsees oder in der Uckermark.

– Die Europäische Sumpfschildkröte lebt in stillen oder langsam fließenden Gewässern, im Uferbereich von Binnenseen, in Teichen, Gräben und den Altarmen von Flüssen.

– Für das Überleben der Europäischen Sumpfschildkröte hat es sich als problematisch erwiesen, dass in der Nähe ihrer Wohngewässer stets günstig exponierte, warme und sonnenbeschienene Sandhügel oder andere Trockenstandorte für die Eiablage vorhanden sein müssen.

– Jungtiere haben zahlreiche Feinde, etwa Wildschwein, Fuchs und Dachs, aber auch streunende Katzen und Hunde.