Auch das längst zur Tradition gewordene integrative Sportfest für Behinderte in Gransee, das alljährlich im September stattfindet, wurde abgeblasen. Das bestätigte Kurt Bischof, alter und seit Sonnabend neuer Vorsitzender der Interessengemeinschaft.
Hintergrund sind die steigenden Kosten, betonte er. Bereits zum Jahresbeginn 2015 musste beispielsweise der Fahrdienst eingeschränkt werden, so dass die Fürstenberger Sportler, die im Behindertenverband organisiert sind, nicht mehr nach Gransee gelangen. Den Transport hatte bislang der DRK-Kreisverband Gransee übernommen. Vor allem die Mindestlohnregelung sorgte nun dafür, dass das DRK die Tarife für den Shuttle-Service deutlich erhöhen musste. "Diese Kosten kann aber auch der Verband nicht übernehmen", betonte Kurt Bischof.
Ein herber Rückschlag. Denn auch für 2014 fiel die Bilanz beeindruckend aus, wie den Ausführungen von Bischof zu entnehmen war. Zahlreiche Veranstaltungen bereicherten nach seinen Worten den Alltag im Verband, in dem derzeit rund 80 Leute mit Handicap organisiert sind.
Ob Spielenachmittage, Kegel-Wettkämpfe, Fasching in Falkenthal, Besuch der Reha-Messe in Berlin, Veranstaltungen mit den Oranienburger Selbsthilfegruppen, Exkursionen wie in den Spreewald, Theaterfahrten oder Weihnachtsfeiern - Langeweile ist im Verband Bischof zufolge ein Fremdwort. Zumal wöchentlich viel Sport getrieben wird. Zusätzlich zu den derzeit aktiven Gruppen in Gransee und Fürstenberg wurde im Juli 2014 die Zehdenicker Reha-Sportgruppe von Anita Eschner übernommen. Vier Reha-Gruppen entfalten in Gransee ihre Aktivitäten, in Fürstenberg zwei. "Aber seit Januar bleiben die Fürstenberger unter sich", beklagte der Verbandschef.
Fürstenbergs Behindertenbeauftragte Käte Zarges erklärte für die Reha-Sportgruppe der Wasserstadt, es gebe keinen Raum für Vereine. Gaststätten würden sich für die speziellen Aktivitäten der Behinderten nicht eignen, so dass man sich häufig privat treffe. Margot Teschke zog für die Gruppe der Krebs- und Geschwulstkranken in Fürstenberg eine positive Bilanz des Vereinslebens, ebenso die Sportgruppe Gransee.
Dass dennoch das Verbandsleben vom Kampf um das nötige Geld bestimmt ist, machte Bischof auch im Rahmen der Planung für 2015 klar. Ratsam sei es zum Beispiel, den Namenszusatz der Interessengemeinschaft zu ändern. Der Name Fürstenberg habe bei zahlreichen Mitarbeitern von Verwaltungen und Behörden zu Missverständnissen geführt, so Bischof, auch wenn dies nur dem Umstand geschuldet sei, dass der Verband vor fast 25 Jahren in der Wasserstadt gegründet wurde. Gleichwohl fragten mögliche Geldgeber in Verwaltungen häufig, "was haben wir denn mit Fürstenberg zu tun?".
Die Verbandsmitglieder einigten sich auf den Namenszusatz Oberhavel/Nord samt Widmung: "Für Integration und Würde".
Dicht gefüllt ist auch der Terminkalender in diesem Jahr. Für 8. Mai ist in der Granseer Seniorenbegegnungsstätte ein Tag der offenen Tür geplant. Mit dem Dampfer soll im Sommer über die Ruppiner Seen geschippert werden. Und beim Sommerfest am 25. Juli wird der 25. Jahrestag der Gründung des Verbandes gefeiert werden.