Mit Andreas Schwarm arbeitet eine der letzten Schuhmacher in der Region in Zehdenick. In seiner Werkstatt in der Friedhofstraße 1 empfing der 60-Jährige die Lernanfänger mit ihrer Lehrerin Doris Senß am Donnerstag. Bereitwillig stellte der Schuster nicht nur seine Maschinen vor, mit denen er Schuhe seiner Kunden repariert, sondern auch die verschiedenen Werkzeuge, die ihm die Arbeit erleichtern. Seit 25 Jahren arbeitet der ursprünglich aus Berlin stammende Schuhmacher in der Havelstadt. Und ans Aufhören denkt er noch keineswegs. So lange es seine Augen und Hände zulassen, will er in seiner kleinen Werkstatt noch arbeiten. Über das Rentenalter hinaus auf jeden Fall.
Mit der Tuchmacherei und der Stickerei von Anne Pries bietet Zehdenick eine wahre Handwerks-Rarität. In ihrer Werkstatt im alten Backhaus an der Berliner Straße zeigte Anne Pries den interessierten Schülern, wie mit der Spindel aus Schafwolle ein Faden gesponnen wird. Da fiel den Schülern beim Anblick des hölzernen Spinnrades das Märchen von Dornröschen ein. Auch die Arbeit mit dem Webstuhl erklärte Anne Pries den wissbegierigen Schülern sehr gerne, wofür sich Lehrerin Doris Senß bedankte. Aber auch andere Handwerker ließen den Nachwuchs gerne in ihre Werkstätten.
Doch die Havelstadt bietet nicht nur viele fleißige Handwerker. Es gibt so viel mehr zu entdecken, zum Beispiel die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, die Katrin Lange von der Naturwacht "Uckermärkische Seen" vorstellte. Ausgestopfte, lebensgroße Tiere brachte sie zum Unterricht in den Klassen drei und vier mit, sogar einen Weißstorch.
Die sechste Klasse befasste sich mit dem einzigartigen Zehdenicker Altartuch, von dem eine Fotokopie in Originalgröße im Kloster hängt. Im Original kann das Tuch mit seinen vielen Motiven allerdings nur im Märkischen Museum in Berlin besichtigt werden. Die älteren Schüler betätigten sich als Baumeister, indem sie die Zehdenicker Brücken im Modellformat nachbauten. Auch die Geografie durfte nicht fehlen. Schließlich bietet die Havel viel Gesprächsstoff und es gibt soviel Wissenswertes über den Fluss zu erfahren. Auch die eine oder andere Exkursion durch den Stadtpark zum Wasserturm durfte im Rahmen der Projekttage nicht fehlen.(ris)