Zwei Kameras auf Stativen, dazu ein Smartphone, ein Scheinwerfer und ein Ansteckmikrofon – ist alles bereit, kann mit der Aufzeichnung von zwei Online-Andachten auch schon begonnen werden.

Andachten für Silvester und Neujahr

Jeweils zum Silvesterabend und zum neuen Jahr hat der Kirchenkreis Oberes Havelland am Mittwochvormittag eine Online-Andacht mit Superintendent Uwe Simon in der Granseer St. Marienkirche aufgezeichnet. Zu sehen sein werden die Gottesdienste dann am Silvsterabend um 17 Uhr und zum Neujahrstag um 10.15 Uhr auf der Homepage kk-ohl.de und auf den Youtube- und Facebook-Kanälen des Kirchenkreises.
Auf ein größeres Team wurde am Mittwoch verzichtet. Die Technik bediente allein der Öffentlichkeitsbeauftragte des Kirchenkreises, Stefan Determann. Am Nachmittag werde noch Kirchenmusiker Christian Volkmann aus Klein-Mutz dazustoßen, verriet Determann. Er übernehme den musikalischen Part der Gottesdienste, die jeweils etwa eine halbe Stunde dauern sollen.

Online-Angebote bereits zu Weihnachten

Bereits zum Weihnachtsfest hatte der Kirchenkreis einen großen Teil seiner Krippenspiele und Christvespern für eine breite Online-Gemeinde im Internet zugänglich gemacht. Diese Angebote wurden, wie Determann weiter sagte, sehr dankbar vor allem von den einheimischen Gemeindegliedern angenommen: „Wir haben zahlreiche positive Rückmeldung und Dank-Mails für unser Engagement im Netz bekommen.“ Und auch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Für die insgesamt fünf Krippenspiele, vier Christvespern und einige weitere Online-Angebote im Advent verzeichnete der Kirchenkreis im Dezember laut Determann rund 5.500 Youtube-Aufrufe und eine Beitragsreichweite von mehr als 18.000 Personen auf Facebook. Hinzu komme der Youtube-Kanal des Teams von „heuteundmorgen“, die mit ihren Angeboten zum Advent und einer eigenen Christvesper ebenfalls eine große Gemeinde im Netz erreichen.

Ein Fest unter anderen Vorzeichen

Kreativität und Online-Alternativen zu Präsenzgottesdiensten könnten noch eine Zeit lang gefragt sein. Man sei sich bewusst, dass die Pandemie das öffentliche Leben noch eine Weile im Griff haben werde und Einschränkungen mit sich bringe, machte Superintendent Simon deutlich, für den es in diesem Jahr das erste Mal in 30 Dienstjahren war, dass kein klassischer Gottesdienst zu feiern war. Pfarrer haben sonst zu Heiligabend einen sehr vollen Terminkalender. Er selbst sei in der offenen Stadtkirche Zehdenick gewesen. Mit Dankbarkeit hätten dort und anderswo Gemeindeglieder auch dieses Angebot angenommen. „Aber etwas hat doch gefehlt“, so Simon, der im Anschluss an die Aufzeichnung indes noch die aufgebauten Stationen in der Marienkirche betrachten wollte. „Dazu bin ich bis jetzt gar nicht gekommen.“
Noch bevor zahlreiche klassische Heiligabend-Gottesdienste abgesagt wurden, hatte sich das Team um den Granseer Pfarrer Christian Guth überlegt, diesen Stationen-Gottesdienst mit Mit-Mach-Angeboten unter dem Motto „Willkommen in Bethlehem“ zu gestalten, der den ganzen Nachmittag über besucht werden konnte, anstatt einer zentralen Christvesper, an der viel weniger Menschen hätten teilnehmen können als üblich.
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