Hauptquelle der Publikationen sind die Kirchenbücher und Schulchroniken der Parochie Zabelsdorf-Ribbeck sowie geschichtliche Quellen mit Familiendaten aus Archiven. Der Leser sollte allerdings keine vollständige Darstellung der Ortsgeschichte erwarten. Zeitlicher Schwerpunkt ist der Zeitraum, der von den Kirchenbüchern abgedeckt wird, und reicht von etwa 1780 bis ins 20. Jahrhundert hinein. Schwerpunkt und Hauptabsicht des Buches sei die Bereitstellung familienkundlicher und ortsgeschichtlicher Daten. „Das Ortsfamilienbuch hat ausdrücklich nicht die Absicht, die Geschichte des Dorfes umfassend darzustellen“, betont Klaus Euhausen in seinem Begleittext zum Buch. Dafür aber hat die Publikation andere Stärken: Das Buch gibt Einblicke in das Leben und Wirken vergangener Zeiten. Wer waren meine Vorfahren, in welchem Haus lebten sie und wie sah das Dorf vor einhundert oder zweihundert Jahren aus.
Das Glück des Tüchtigen hatte Euhausen bei seinen Recherchen zur Ortsgeschichte. Er konnte eine Enkelin des früheren Dorflehrers Walter Siebert, der von 1912 bis 1930 in Ribbeck wirkte, ausfindig machen. Die Dame überließ ihm eine überaus reiche Sammlung an historischen Fotos aus Ribbeck zum Einscannen. Ein Glücksfall. Mehr als 200 Abbildungen, viele davon historisch, finden sich in dem Buch wieder. Es handelt sich vor allem um Aufnahme aus den 1920er-Jahren, die die einstige Schönheit des Dorfes zeigen. Auch wenn mittlerweile viele Häuser in Ribbeck liebevoll restauriert worden sind, einige sind zunehmend dem Verfall preisgegeben. Nicht zuletzt das alte Gutshaus, das mehr als 150 Jahre im Besitz der Familie von Trott war, das seit Jahrzehnten leersteht, nachdem es zu DDR-Zeiten noch Kita und Wohnungen beherbergte.
Auch das benachbarte, sogenannte Kronhaus, aus Fachwerk errichtet, fristet ein kümmerliches Dasein und lässt nur noch erahnen, wie prachtvoll einst das Anwesen hinter der Dorfkirche gewesen sein muss. Einzigartig ein Balken im Kronhaus: Der Speicher von 1665 trägt in die Inschrift: H. B. V. T. = Herr Botho von Trott. Nach dem Aussterben derer von Trott im Jahr 1727 wohnten und wirkten weitere Familien auf dem Rittergut. Euhausen hebt besonders das Wirken der Familie Stropp hervor.
Breiten Raum nimmt auch die Blütezeit Ribbecks ein, als 1888 die Ziegeleien gegründet wurden und für einen nie geahnten Aufschwung in der Region sorgten. Vier Standorte mit sechs Brennöfen waren es anfänglich allein in Ribbeck. Ein großes Tonabbaugebiet befand sich südwestlich des Dorfes im sogenannten Bösenhagen. Drei Gaststätten gab es damals, wobei nur noch die am Ortseingang als solche zu erkennen ist. Aber auch sie steht seit Jahren leer. Was aus dem Haus werden soll, ist ungewiss.
Die vielen slawischen Familiennamen deuten auf die wechselvolle Geschichte des Ortes hin. Vor allem die Ziegeleien verlangten nach billigen Arbeitskräften aus dem Osten. Viele Menschen aus dem schlesischen und polnischen Gebieten zog es auch nach Ribbeck. Nicht wenige blieben hier, gründeten Familien. Auch in früheren Jahrhunderten gab es große Wanderungsbewegungen, von denen auch Ribbeck profitierte. Die Zugewanderten brachten auch die Ortsnamen mit, aus der Altmark stammten Bezeichnungen wie Badingen, Schulzendorf und das ist womöglich auch der Grund dafür, dass bei Ribbeck eine gewisse Verwechslungsgefahr mit dem Ribbeck im Havelland besteht, dem Theodor Fontane mit seinem berühmten Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ ein literarisches Denkmal setzte. Allerdings gab es auch familiäre Beziehung zwischen den beiden Ribbecks, fand Euhausen heraus. Den berühmten Birnbaum sucht man aber in Ribbeck bei Gransee vergeblich.
Die Ribbecker blieben aber nicht immer ihrem Heimatort treu. Viele zog es hinaus in die große, weite Welt. Eine der ersten Exemplare seines Ortsfamilienbuches über Ribbeck schickte Euhausen ans andere Ende der Welt. Ein gebürtiger Badinger, der in Neuseeland lebt und sich für die Geschichte seiner Vorfahren interessiert, orderte es. Es kostet 35 Euro und kann beim Autor bestellt werden unter 03302 801178 oder per E-Mail euhausen@aol.com. Vor Ort in Ribbeck nimmt auch Sylvia Gerhardt Bestellungen von Einheimischen gern entgegen.