Nach 2019 hat sich das Team vom Roboter-Technik-Club (RTC) Gransee auch in diesem Jahr den Sieg des Innovationsförderpreises Oberhavel gesichert. „Die Jury zeigte sich vor allem von der enormen Weiterentwicklung und Komplexität des neuen Modells Nummer 5 begeistert und würdigt mit ihrer Entscheidung insbesondere, dass das Preisgeld von 2019 bereits in den neuen Roboter geflossen ist“, sagte der Juryvorsitzende Andreas Ernst, Vorsitzender des Mittelstandsverbandes Oberhavel.

Für die Bundesmeisterschaften in Magdeburg qualifziert

Nummer 5 aus Gransee wurde von den Schülerinnen und Schülern des Strittmatter-Gymnasiums Angelina Herbig, Philipe Herkt, Lucas Blank, Marc Lüdke, Jonas Thein und Max Eschenburg gebaut und programmiert. Er bewegt sich autonom auf Rädern, ist sprach- und bildgesteuert. Im ersten Test, dem Regionalwettkampf Robocup Junior 2020 in Berlin, wurde Nummer 5 erfolgreich präsentiert. Das Team erreichte dort auf Anhieb den zweiten Platz und somit die Qualifizierung zu den Bundesmeisterschaften in Magdeburg. Diese mussten dann coronabedingt ausfallen.

Roboter ist als Schulguide im Einsatz

„Umso mehr freuen sich die Schülerinnen und Schüler, dass Nummer 5 durch den Innovationsförderpreis des Landkreises nun doch noch die gewünschte Aufmerksamkeit erhält“, sagt AG-Leiter Jens Richter-Mendau. Der Roboter wurde von der Arbeitsgemeinschaft als Schulguide entwickelt. Ein sympathischer Roboter, der die Sprach- und Absichtserkennung lokal durchführt – ganz ohne Datenschutzdiskussionen wie bei bekannten Sprachchatbots wie Siri, Hey Google oder Alexa. Als Ansprechpartner kann er zum jährlich stattfindenden Tag der offenen Tür Fragen der Besucherinnen und Besucher beantworten oder bei anderen Gelegenheiten die Arbeit in den naturwissenschaftlichen, den sogenannten MINT-Fächern, präsentieren. „Die Komplexität der Programmierung und Einbindung vieler zusätzlicher neuer Module ist ein innovativer Fortschritt zum Vorgänger Cimon, der 2019 ausgezeichnet wurde.

Nummer 5 wird für den Schuleinsatz weiter optimiert

Das Projekt ist mittlerweile mit vier, anstelle von einer Recheneinheit bestückt, um den gesamten Funktionsumfang ausführen zu können“, erläutert Egmont Hamelow, Jurymitglied und Kreiswirtschaftsdezernent, die Juryentscheidung. Mit dem Preisgeld soll Nummer 5 für den Schuleinsatz weiter optimiert werden. „Unter anderem sollen die Konversation und Genauigkeit der Bewegungen sowie die Hinderniserkennung und Stabilität des Akkus verbessert werden“, so Jens Richter-Mendau.

Nummer 5 soll einen würdigen Nachfolger bekommen

Laut Regelwettbewerb darf ein Roboter bei den Robocup-Wettkämpfen in der nächsten Saison nicht mehr starten. „Wir werden daher versuchen, mit dem Preisgeld einen neuen Roboter zu entwickeln“, sagt der Lehrer. Neben einem Preispokal wird das Team vom RTC Gransee mit seinem Betreuer Jens Richter-Mendau ein Preisgeld in Höhe von 4000 Euro für die Weiterentwicklung von Nummer 5 erhalten. Das Preisgeld wird gemeinsam vom Landkreis Oberhavel und dem Mittelstandsverband Oberhavel e.V. bereitgestellt. Die feierliche Preisübergabe erfolgt am 3. September im Oranienburger Oranienwerk.

Über die Auszeichnung

Seit 2013 lobt der Landkreis Oberhavel alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit dem Mittelstandsverband Oberhavel e.V. einen Innovationsförderpreis aus. Die Auszeichnung soll Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene animieren, sich mit naturwissenschaftlichen oder technischen Fragestellungen zu beschäftigen und daraus innovative Ideen zu entwickeln, die dann in der Praxis umgesetzt werden.
Bei der dritten Vergabe des Innovationsförderpreises im Jahr 2017 haben die „Sauberen Kugeln“ von Julia Nerusch, Patrick Huth und Alexander Meyer vom Puschkin-Gymnasium Hennigsdorf die Jury überzeugt. Die drei jungen Wissenschaftler hatten sich intensiv mit der Herstellung eines biologischen Waschmittels beschäftigt. red