Kaum war der Hilferuf raus, musste Krystyna Liese die Spendenbereitschaft etwas bremsen. Die aus der Ukraine stammende Falkenthalerin hatte einen Flyer im Ort und auch über die Netzwerke verteilt, in dem sie dazu aufruft, zum Beispiel Babynahrung, warme Socken, Medikamente und Rucksäcke für die Menschen in der Ukraine zu spenden. „Es kam aber sehr viel Kleidung, zu viel. Ich musste Sachen sogar zurückweisen“, sagt Krystyna Liese. „Ich will niemanden enttäuschen, aber ich muss aussortieren.“ Die Unterstützung sei enorm, sagt sie. „Alle wollen helfen.“
Krystyna Liese, eine Falkenthalerin aus der Ukraine
Krystyna Liese, eine Falkenthalerin aus der Ukraine
© Foto: Liese

Gesammelt wird in Berlin

Die Falkenthalerin mit ukrainischen Wurzeln sucht ganz bestimmte Dinge, „die direkt in die Ukraine gehen und nicht nur an die Grenze. Es gibt eine Liste mit dringend benötigten Sachen, Kleidung steht nicht darauf“, erklärt sie. Benötigt würden beispielsweise Taschenlampen, Verbandsmaterial oder Blutzuckerteststreifen. Von Falkenthal aus gehen die Spenden nach Berlin zu ihrer Tante. Von dort aus starten die Transporte in das Kriegsgebiet. „In der Hauptstadt warten in Berlin lebende Ukrainer darauf, in ihre Heimat zu fahren, um dort zu bleiben“, sagt Krystyna Liese. Sie wollen aber nicht mit leeren Händen in ihr Land zurückkehren.

Weitere Transporte sollen folgen

Seit Kriegsbeginn seien schon sieben oder acht Wagen vollgeladen worden und in die Ukraine gestartet. Weitere sollen folgen. „Das sind alles Privatleute, die sich auf den Weg machen“, so Krystyna Liese. Sie selbst kam vor 16 Jahren zusammen mit ihrer Mutter nach Brandenburg. Seit zehn Jahren lebt sie, „der Liebe wegen“ in Falkenthal. Eine Cousine lebt in Hannover. Ein Teil der Familie sei geflohen und an der polnischen Grenze eingesammelt und in Sicherheit gebracht worden. Der Rest sei noch in der Ukraine. Liese: „Aber zum Glück nicht in einem umkämpften Gebiet.“

Löwenberg

Gezielter Einkauf

Neben Sachspenden erhält Krystyna Liese auch Geld. „Damit kaufe ich gezielt ein, was fehlt, zum Beispiel Blutzuckertests.“ Die Rechnung hebt sie auf und gibt sie den Spendern, um zu belegen, was mit dem Spendengeld passiert ist. „Nicht, dass mir hinterher gesagt wird, ich hätte es behalten.“
Mehr zur Ukraine-Hilfe gibt es auf einer Themenseite.
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MOZ-Spendenaktion „Brandenburg hilft Flüchtlingen aus der Ukraine“

Das Spendenkonto lautet:
Caritasverband Berlin
IBAN: DE31 1002 0500 0003 2135 00
BIC: BFSWDE33BER
Stichwort: „Ukraine – Brandenburg hilft“
Ehrenamtliche, die in Berlin oder Brandenburg tätig werden möchten, können sich an Katja Eichhorn wenden: k.eichhorn@caritas-berlin.de