Für die zur Grundschule umgebaute Exin-Oberschule am Standort Marianne-Grunthal-Straße in Zehdenick gibt es nicht nur eine lange Mängelliste, die Doris Senß jüngst im Namen des Lehrerrates an die Stadt übergab. Auch die Kosten für den kindgerechten Umbau des Gebäudes sind gerade explodiert. Statt den veranschlagten 200.000 Euro wird der Umbau nach bisherigen Berechnungen der Verwaltung mehr als doppelt so viel kosten.
Die Stadtverordneten haben im Rahmen ihrer Sondersitzung vergangene Woche die Mehrausgaben gebilligt, die Ausgaben werden durch Umschichtungen im Haushalt finanziert. Es ist bereits die zweite Haushaltsüberschreitung im Zusammenhang mit der Nutzungsänderung des Schulgebäudes. Bereits im vergangenen Jahr mussten die Stadtverordneten 40.000 Euro nachschießen, nachdem die für 2019 eingeplanten Haushaltsmittel in Höhe von 150.000 Euro nicht ausreichten.

Hohe Brandschutzauflagen erteilt

„Zum ursprünglich geplanten Leistungsumfang gab es zwingend erforderliche Leistungserweiterungen einschließlich der Baunebenkosten vonseiten des Bauherrn wie der Einbau einer neuen Schließanlage, zusätzliche Forderungen aus den Auflagen der Baugenehmigung beziehungsweise dem geprüften Brandschutzkonzept“, begründete der Fachbereichsleiter „Bürgerservice“ in der Stadtverwaltung, Fred Graupmann, die unerwartete Kostensteigerung.
Im Bereich Brandschutz musste es eine Aufwertung der Türen im Rettungsweg, Umbauten für den Rauchabzug in den Treppenhäusern und eine Erweiterung der Brandmeldeanlage geben. Doch damit nicht genug: Im Ergebnis der Prüfung der sicherheitstechnischen Anlagen bedurfte es noch einer Ertüchtigung der Sicherheitsbeleuchtung. „Derzeit benötigen wir für die Begleichung bereits ausgelöster Aufträge noch rund 48 000 Euro, um die Maßnahme fertigzustellen“, führte Graupmann in seiner Begründung aus.
Die Kosten des Umbaus der Ober- und einer Grundschule belaufen sich damit nun auf 443.000 Euro, was eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 181.500 Euro notwendig macht. Dem hatten die Stadtverordneten nicht hinzuzufügen und genehmigten die zusätzliche Mittel 20 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung.

Ausschreibung für das Sportgelände läuft

Abgeschlossen ist das Gesamtvorhaben ja immer noch nicht. Wie von der Verwaltung angekündigt soll im hinteren Bereich des Schulgelände ein komplett neuer Sport- und Spielbereich mit Ruhezonen entstehen. Dafür läuft zurzeit eine Ausschreibung. Obwohl der sehr umfangreich ist, ist keine Aufteilung einzelner Leistungen in Losen vorgesehen.
Der Baustart variiert. Als spätester Beginn für die Arbeit wird der 1. März 2021 vorgegeben, frühestens könnte die Arbeiten aber auch noch im Dezember dieses Jahres starten. Für die Baumaßnahme ist eine reine Bauzeit von neun Monaten veranschlagt worden, die ohne Unterbrechung der Bauarbeiten zu leisten ist.
Ob das Vorhaben in dieser Zeit realisierbar ist, wird allerdings erst mit der Auftragsvergabe verbindlich festgelegt. Denn der Bieter muss die von ihm vorgesehene Bauzeit schriftlich mitteilen, die dann verbindlicher Vertragsbestandteil werden soll. Die Vorhaben soll auf jeden Fall bis spätestens 30. November 2021 abgeschlossen werden.