Wenige Wochen nach der Sperrung der rund 100 Jahren alten Schleuse Ende 2017 hieß es noch, dass schon binnen zwei Jahren die Schleuse wieder ihren Betrieb aufnehmen kann. Zuvor hatte das WSA die Zusage erhalten, dass das Bundesverkehrsministerium die Kosten für den erforderlichen Ersatzneubau tragen werde, obwohl im Februar 2018 noch gar nicht klar war, wie teuer dieser wird. Auch war das WSA aus personellen Gründen nicht in der Lage, die Planung zu übernehmen. So entstand eine Partnerschaft mit der Stadt Templin. Im Spätsommer machten die Partner Nägel mit Köpfen: Das WSA Eberswalde und die Stadt Templin schlossen einen Vertrag. Die Stadt Templin verpflichtete sich, Planung und Bau im Auftrag des WSA zu übernehmen. Im Gegenzug übernimmt der Bund die Kosten, um so eine schnellmöglche Realisierung des Projektes zu erreichen. Doch schon damals muss allen Beteiligten klar gewesen sein, dass Planung und Bau nicht innerhalb von zwei Jahren zu realisieren sind. Mindestens fünf Jahre werden nun ins Land gehen, bis Motorboote die Schleuse wieder passieren können, weshalb das reizvolle Templiner Revier Wassersportlern insbesondere aus der Zehdenicker Region noch länger versperrt bleiben wird. Zunächst musste es aber eine europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen geben. Letztlich erhielt ein Fachbüro aus Dresden den Zuschlag. Als die Ingenieure in diesem Jahr endlich loslegten, fiel ihnen auf, dass quasi keinerlei Voraussetzungen gegeben sind, auf die sie hätten aufbauen können. Viele Abstimmungen waren deshalb vonnöten. Im Oktober wurde dann damit begonnen, die Schleusenkammer zu verfüllen, um mit tiefer gehenden Baugrunduntersuchungen beginnen zu können. Danach sollen die Kampfmittelsondierung und bei Bedarf die Beräumung der Sprengkörper  beginnen. Etwa zeitgleich soll dann der Ersatzneubau geplant werden. Nach der Ausschreibung der Bauleistungen kann dann ab 2021 gebaut werden. Schon jetzt ist klar: die geschätzten 3,6 Millionen Euro werden nicht reichen, mindestens 8,5 Millionen sind nun veranschlagt.

Baufälligkeiterzwingt Schließung

Auf Verschleiß gefahren wurden in den vergangenen Jahrzehnten viele Schleuse in Brandenburg. Erst jetzt macht sich der Bund daran, notwendige Arbeiten auszuführen. Die Kannenburger Schleuse war Ende 2017 so marode, dass nur noch die Einstellung des Betriebs möglich war. ris